flut


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19. Juli 2012

B: Irgendwie bleibt die Frage, an welcher Stelle darf es denn auch noch disturbt bleiben als Gruppe.
C: Ich fand gut, zu merken, dass es vielleicht erstmal damit zu tun hat, innerhalb so eines Prozesses, der die ganze Zeit unter dem Druck steht, nach außen hin, aber auch vor sich selbst, weil so viel unklar ist, ein identitäres Moment zu stiften und zu repräsentieren, so eine Zusammengehörigkeit und ein Verstehen von einander ...
D: ... positiv zu sein ...
C: ... darin auftauchen zu lassen, dass es Momente gibt von Befremdung, von einander Fremdsein, Differentsein, und das gar nicht als Positionierung, sondern als Unwissenheit, Unverständlichkeit ...
E: ... als Raum auch. Weil als Gruppe sich das zu gönnen, gibt einen Raum, den man als Gruppe nicht komplett kontrolliert zum Beispiel. Sondern in dem serendipity stattfinden kann, also glückliche Zufälle, oder Nebeneffekte. Nicht nur reine Kausalketten. Sondern Dinge, die zwischen uns passieren und die wir nicht nur kontrollieren. Dass man auch eine Befreiung darin sieht, dass man auch nicht mit allen alles abspricht.
D: Das ist so ein riesiges Thema. Und ich hab gemerkt, ich muss da jetzt erstmal durch, um dann auch wieder Abstand davon zu finden. Und mir fällt auf, wir kennen uns zum Teil nicht so gut. Beim letzten Mal war mir dann aufgefallen, dass es dieses Codewort der ugly feelings gibt. Am Wochenende aber habe ich mich gefragt: Which feelings? Was ist das denn gerade? Ist das Wut? Oder ist das Frustration? Oder ist das jealousy? Ist das Konkurrenz? Weil ich dann merke, vielleicht ist das total gut, wenn wir uns das zutrauen. Gar nicht mit allen durch alles durchzugehen. Vielleicht müssen wir das nicht ausschließen. Und auch wenn wir darüber reden, dass es so etwas gibt, dann ist es ja trotzdem in so einem safe spot.