Archäologie der Wünsche


Das Projekt einer Zeitschrift könnte zunächst eine Medium der Projektion sein,
eines kommenden Diskurses, an den den wir unsere Wünsche projizieren.
Wir müssten also auch untersuchen, woher unsere Wünsche kommen
und wohin wir sie führen möchten. Wir müssten eine Art Archäologie unsere Wünsche betreiben.
Nämlich, den Wunsche Öffentlichkeit zu adressieren oder herzustellen.
Die Zeitschrift adressiert sich an uns.
Mit uns meine ich nicht etwa, die wir hier an diesem Tisch sitzen, sondern an uns und unseres gleichen.
Es gibt viele wie uns. Viele die unsere Wünsche und Fragen teilen.
Diese die mit uns sind, sie sind keine imaginären Freunde,
sie sind auf dieser uns gemeinsamen Welt.
Es sind die, mit denen wir Lust haben, unsere Zeit zu verbringen.
Wir können, jedoch nicht alle, mit denen wir gerne Zeit verbringen würden, auch tatsächlich treffen.
Diese, die mit uns sind, sind deshalb auch eine Vorstellung (unsere gewünschten Freunde).
Wir können uns deshalb auf die Sucnach einer Adressierung lediglich an uns halten.
Also etwas schreiben, eine Form finden, in der wir unsere Anliegen, unser Begehren gespiegelt sehen.
Etwas schreiben, das wir gerne lesen.
Die Redaktion schreibt sich, erschreibt sich, auf unsere Archäologie des Wunsches
bezogen, erträumt sich, dann bedeutet das schon eine Richtung 'Adresse'
angenommen zu haben. Hat das mit der Magie der Adressierung zu tun, von der wir gesprochen haben? Was
wäre der 'Ursprung' dieser 'Adresse'. Müsste man dann nicht Zielangabe, die
Adresse statt von eines vermeintlichen Zwecks her vom Wunsch her denken, fast schon
eine Wunschmaschine...
wishes for towards empowerment.
We meet on the spuare
where seeing in the watery eyes of exhitement
of white teens, that we were,
also being around 30 years
that seem constisting of dreamrememberance.
Decades ago that water has been collected,
now about to float our faces.
It became a toxic liquid by now
and through putting pressure
on the cheeks you can squirt it around.%
Also skills of moving things
and spelling have improved.
On the side of repression
it is impossible to protect the devices
that are in danger to brake
under the influence of the bodily liquid.
Although there is still
a high surveillance system,
it`s easier to move through the city.
Space is made through the liquid
that is capable of changing
its composition through the attacks.
Like a moving code inside itself.%
We are walking cross the square, little smiles in the corners of the lips that meet here and there.
Das Anonym ist nicht die Aufgabe von Autorschaft und Signatur,
sondern ein konkretes Ereignis,
das wir denken müssen.
Wenn wir von Anonymität sprechen,
dann gerade auch,
um den Begriff und die Praxis von Anonymität zu befragen.
Sicher nicht, um einen leeren Begriff einem irgendwie
diskreditierten Verständnis von Autorschaft entgegenzustellen.
das, was den Körper angeht, hat eine andere Nähe,
als das, was in Ferne der Augen sich angeeignet wird
; das Schreiben der Anonymen gehört nicht dem Register der Sicht,
sondern dem der Nähe an, es ist vielleicht ein anderes tele
wir haben gelernt zu ignoreiren, welche Abhängigkeiten
und kollektiven Momente in unserer Autorschaft wirken
Entschreiben
auch als
Beschleunigung
Die Entschreibung, eine Entschreibung aus den Zuständen,
um überhaupt noch Schreiben zu können, um überhaupt noch
sich frei zu den Zuständen verhalten zu können.
Was würde dann frei heißen
im Sinne der Entschreibung, in seinem ethischen Anliegen,
das Richtige zu schreiben? Aber sich zu Entschreiben,
die Zustände zu entschreiben
- auf jeden Fall hat es damit zu tun,
dass sich unsere Zeit durch
Bild, Ton und Buchstabe vermittelt,
während Letztere dafür sorgen,
dass von überall den Versuch auszumachen ist,
mittels den Geschehen sich in die Diskursgeschichte einzuschreiben.
Und diese sogenannte Diskursgeschichte
eine enorme normative Kraft hat.
Entschreibung \ Einschreibung. Entschreibung wider der Einschreibung.
Würde so Schreiben nicht zur Fluchtlinie?
Also dass die Dispositive der Schrift
eine eigenwillige, subversive, unpersönliche Kraft innewohnt,
die den Schreiber entsubjektiviert?
Schreiben \ Leben
durch das Schreiben dem Leben eine Form zu geben
oder im Falle der Zeitschrift
der Zeit eine Form zu geben.
Aber auch den Wunsch, die Hoffnung einer Lebensform.
Eine Zeitschrift befreit von ihrer Funktion Neuigkeiten
zu lancieren und Entertainment zu
produzieren sucht nach einer neuen Aufgabe, möchte mutieren.
Je nach Addressierung mutiert sie ihre Formate in lauwarme Witze:
- Anleitung zu einem Re-enactment: die Versammlung der
Journalistinnen in der besetzten Zeitungsredaktion
- Drohbrief der Woche: Alice Schwarzer in den BDSM-Bunker
- Fotostrecke: Schmelztiegel Nordpol - das Wasserwerden
- Modestrecke: Spaceanzüge aus recycelten Biostoff mit Afrikaaufdruck
- Befehle an die Subalternen: Bückt euch
- Buchrezension: Zeitphilosophie für Rapper und Beat-Boxer
- Gratis Geschenk, eingeschweist: Kasette mit angenehmem Noise-Geräusch
zum Einschlafen in Discos, Baustellen oder Kriegsgebieten
- Spruch der Woche: mit Anstand zum Aufstand
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Kann man Zeitschrift, das Schreiben in der Zeit, als eine Archäologie der Zeit begreifen, einer Archäologie der unmittelbaren Gegenwart?
Dann könnte es heißen, die unmittelbaren Gesetze, Strukturen, Dispositive, die uns teilen,
uns gleichzeitig die Stellen aufzeigen, wo wir alle miteinander zu tun haben, freizulegen
und zwar so, dass sich daraus eine öffentliche Angelegenheit ergibt.
To adress certain circumstances that lead to our opression.
to adress the brave ones,
who flea their systems.
And the brave ones that didnt make it.
Call out for the sistaz
strengthen and search for the lost history of the collective body.
to turn myself to you and you and you,
send out my voice and wait what comes back,
where i meet the call again?
To meet myself through the other person,
the writing with me with you from then.
To call the ones running around in social service institutions,
plaguing ourselves with shit formular
and paper worksformulated by the state
and other stupid thinkings.
To adress and to threaten the idea of nations,
and the total disgust of the borders that form them,
the borders that lead to their identity.
And the stupidity and lame dwelling
that is happening because of a weak minded repression,
that acts out physical violence.
Wanting to escape the time,
that is in danger to refer just to itself,
like a circulationg presence, that is obeying the appeals and agendas and
the politics of the currents situationsIt
is a joke that it feels sometimes
as if there is a hegemonisation
through the abscence ofsituations.
The experiences seem late through
the vertikal colonialisation of lived time.
Eine Nostalgie nach den unvollendeten Momenten der Vergangenheit,
die sich durch einen Tigersprung in eine noch zu gestaltende Zukunft
zu befriedigen sucht.
Eine Zukunft, in der die Wünsche vielleicht doch noch erfüllt,
in der sie doch noch Bestand haben mögen -
eine noch nicht geschriebene und deswegen alle unsere Wünsche
konservierende Geschichte.
Wo die Wunden geleckt und die Verbrechen ungeschehen sind?
Das Versprechen, mit dem wir die Zukunft beschwichtigen,
eine Message, ein Telegram ans All - wir werden friedlich gewesen sein.
Das ist der Messianismus aus dem Science Fiction Geschichten geschnitzt werden,
die immer gleichen Wünsche, der immer gleichen homogenen leeren Zeit,
gestern wie heute. Exodus, Short-Cut Jetzt! Wir hoffen nicht mehr, wir schreiben
als Einschnitt, als Tat, als Kopfschwung, als Drehung, als psychedelischer Trip
auf der Suche nach einer Strategie, die Out-There neue Gesetze etabliert.
Als der Kapitalismus noch an seinen Gegenkulturen stolperte hätte ich das
mit strategischer Sicherheit aus dem Fenster geschrieen in die speckige Stille
der Straßen von Zürich.
Mein Exodus, mein unverständliches Doing wird keine Situation,
keinen Schockmoment schaffen, der nicht in der homogenen Zeit s
ofort verwertbar wäre - es kann mich aber stärker machen,
um die Not der Gegenwart stillen.
(:div2 class="wsrow":)
Ich wünsche mir Zeit mit meinen Freunden
Ich wünsche mir Reisen ohne Geld
Ich wünsche mir warme Tage draussen
Ich wünsche mir Zeit ohne Arbeit
Ich wünsche mir alle Möglichkeiten
Ich wünsche mir den wiederkehrenden Anfang
Ich wünsche mir das was ich noch nicht kenne
Ich wünsche mir keinen Anteil
Ich wünsche mir die Verallgemeinerung aller Mittel
Ich wünsche mir die Gemeinschaft der Gemeinen
(:div2 class="wsrow":)
die Regierenden können jederzeit das Register wechseln,
vom Postideologischen zum Ideologischen,
von den Runden Tischen zur Repression;
die Vorstellungskraft ist beschädigt von dem allgegenwärtigen Rhetoriken des Sachzwangs,
dass es keinen Spielraum gibt, keine Möglichkeit zu anderen Handlungen etc.
Es gibt konkrete Bedingungen, kapitalistische, heteronormative, usw. die hegemonial wirken und den gesellschaftlichen Verkehr regulieren.
Diese Bedingungen sind jedoch nicht absolut.
In diesen ist das Andere, Unbewusste anwesend und es gibt Moment in denen dieses Andere auftaucht.
Dieses Unbewusste muss nicht in Deckung liegen mit dem in dem durch die normativ wirkenden Bedingungen imaginierten Anderen.
Es kann auch von einer nicht gedachten Seiher kommen.
Dieser Moment des Unerwarteten ist immer möglich und gegenwärtig, in einer individuellen Perspektive und auch in einer gesellschaftlichen.
Die durch die normativen Kräfte (Sachzwänge usw.) entstehende Strukturierung des gesellschaftlichen Feldes erzeugt Teilungen, Trennungen, Markierungen. Grenzen werden gezogen.
Aus diesem strukturierten Feld sind Personen, Verhaltensweisen, Repräsentationsformen ausgeschlossen bzw. nur in bestimmten Verkehrsformen zugelassen z. B. Kunst, das Alternative, das Kreative, der anerkannte Ausländer.
Treten diese als fremd markierten Verhaltensweisen, Personen, Repräsentationsformen in den nicht vorgesehen Verkehrsformen auf, entstehen Widersprüche.
Eine Situation ist vielleicht eine Mischung aus diesen beiden, oben beschriebenen Momenten.
Also einem subjektloses Auftauchen des Unerwarteten (Unerhörten) und einem aktiven Suchen des Widerspruches zu den hegemonial wirkenden Verkehrsformen.
Ein Telegram befreit von seiner Funktion des eiligen Übermittelns in der Moderne,
sucht nach einer neuen Aufgabe, möchte mutieren,
in einem Werden neue Öffentichkeiten adressieren.
Je nach Adressierung mutiert es sein Publikum,
wandelt sie um in Subjekte mit anderen Potentialitäten.
Je nach Addressierung mutiert es seine Sprache,
wandelt sie um in Texte anderer Diskurse.
ein paar Überlegungen zur Telegrammatik
Das Telegramm versucht wie das Manifest Information in eine kurze und prägnante Form zu bringen (Ökonomie der Mittel).
Das Telegramm hat einen bestimmten Adressaten
wohingegen das Manifest an eine unbestimmte, breite Öffentlichkeit gerichtet ist.
Wie wäre es diese beiden Textformate zu kreuzen?
Notwendikeit, sich auf das zu konzentrieren,[[<<]was unbedingt und unmissverständlich ankommen muss