THE ARCHITECTURE OF LISTENING


Audio materials from the Reading Room

Thursday, July 7th, 7pm

The Reading Room at Flutgraben
Am Flutgraben 3, 12435 Berlin

(deutsche Version unten)


Die Architektur des Hörens

Audiomaterialien aus dem Reading Room

Donnerstag, 7. Juli 2011, 19 Uhr

The Reading Room am Flutgraben
Am Flutgraben 3, 12435 Berlin

Die vierte kuratierte Veranstaltung des Reading Rooms schafft im Obergeschoss des Flutgraben e.V., der Ostsicht, ein Umfeld, in dem die Audiomaterialien aus der Sammlung des Reading Rooms in den Vordergrund treten und das zu einer Praxis des Hörens einlädt. Der Ort an sich ist insofern interessant, als man von hier aus Zugang zum Dach des Gebäudes hat, von dem aus ein ehemaliger Grenzwachturm sichtbar ist: Ort einer etwas anderen Form der konzentrierten Beobachtung. Wir möchten euch einladen, mit uns auf der Dachterrasse des Flutgraben auf die Zusammenarbeit zwischen Flutgraben e.V. und Reading Room anzustoßen. Es gibt Essen und Getränke.

Reading Rooms, also Lesesäle, dienen als Orte der Konzentration, an denen Stille und die aktive Aufnahme von Informationen im Einklang sind. An diesen Orten manifestieren sich Texte ausschließlich durch den inneren Soundtrack unseres Lesens, eine stumme Art der Äußerung während des Studiums der Texte. Worte, Bilder und Papiere werden durchblättert und Aspekte einer Publikation vermischen sich im Wechselspiel der inneren Verlautbarungen und Stimmen unseres Lesens.

Im Falle der Audioprojekte, die Teil der Sammlung des Reading Rooms sind – einer Reihe von Schallplatten und CDs – besteht der Prozess der Aufnahme durch den "Leser" aus dem Auftreffen der Schallwellen auf unseren Hörapparat und ihrer darauffolgenden Verarbeitung im Hörzentrum des Hirns. Unser Verständnis dieser Art Informationen basiert auf bereits vorhandenen Kenntnissen, auf Vertrautheit und Erkennbarkeit, oder aber Fremdheit und Unverständnis. Und, anders als bei gedruckten Texten, sind wir gezwungen, uns dem vorgegebenen Tempo anzupassen und uns die Zeit zu nehmen, uns das Hörstück in dem Tempo und für die Dauer anzuhören, die die KünstlerIn festgelegt hat. Oder wir editieren im Moment des Hörens selbst, indem wir beschließen, nicht mehr zuzuhören und unser Einverständnis zuzuhören zurückziehen. Oder wir schreiben den Text um, indem wir die Klänge und Worte, die aus den Lautsprechern dringen, in Gedanken mit denen einer anderen Arbeit oder dem stummen Dialog unserer eigenen Gedanken und Erinnerungen vermengen. Die Praxis des Zuhörens ist eine aktive Praxis und sie ist ständig in Bewegung. Auch eine Art des permanenten Wechselspiels.
This fourth curated event at the Reading Room, creates in the top-level of Flutgraben, called Ostsicht, an environment which highlights the audio materials in the Reading Room's collection, providing a space for the practice of listening. It is an interesting venue, as this upper room provides entry to the building's roof, whereby you can find a former East German border watchtower: a concentrated study of a different kind. We invite you to join us on the adjacent roof terrace to celebrate the collaboration between the Reading Room and Flutgraben. Drinks and food will be available.

Reading rooms encourage a practice of concentration that balance silence with engaged consumption. In these spaces, texts vocalise themselves only through the internal soundtrack of our readings, a silently voiced expression during moments of study. Words, images and papers are leafed through, aspects of one publication combining with that of others in the carousel of such voicings and readings.

For the audio projects that have been included within the Reading Room collection – a series of vinyls and CDs - the engagement on the part of the 'reader' is a process of meeting the sound waves with the structure of our own aural faculties and our comprehension. The procession of such readings are built upon foundations of prior knowledge, on familiarity and recognition, or on strangeness and incomprehension. And unlike with printed text, we normally must submit ourselves to the pace proscribed for us, by taking the time to listen to an audio piece at the rhythm and for the duration that the artist designates. Or perhaps we edit it in the moment: cutting it abruptly by ending our agreement to listen. Or mix it: the sounds and words played through the speakers overlay in our minds with those of a previously heard work, or the unvoiced dialogue of our own deliberations and memories. The practice of listening is an activated one and is ever shifting. The carousel again.


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