Das Unnennbare


Alain Badiou: Das Unnennbare, in: XXX.


3. Das Unnennbare

Wir haben gesagt: Eine Wahrheit - es ist ihre Wirkung als »Rückkehr« - transformiert die Kodizes der Kommunikation, verändert den Status der Meinungen. Nicht, dass die Meinungen »wahr« (oder falsch) werden. Sie sind dazu unfähig, und eine Wahrheit bleibt in ihrem ewigen Vielfach-Sein den Meinungen gegenüber gleichgültig. Aber sie werden zu anderen. Das will besagen, dass Urteile, die einst für die Meinung evident waren, nicht mehr aufrecht gehalten werden können, dass andere notwendig werden, dass die Arten der Kommunikation sich verändern usw.

Diese Wirkung der Meinungsumbildung haben wir die Macht (puissance) der Wahrheiten genannt.

Die von uns gestellte Frage ist folgende: Ist die Macht einer Wahrheit in der Situation, wo sie ihre Spur der Treue fortsetzt, eine virtuell totale Macht?

Was kann wohl die Hypothese einer totalen Macht dieser oder jener Wahrheit sein? Um dies zu verstehen, muss man sich an unsere ontologischen Axiome erinnern: Eine (objektive) Situation, diejenige insbesondere, in der eine (subjektive) Wahrheit »arbeitet«, ist immer nur ein Vielfaches, das aus einer Unmenge von Elementen (die ihrerseits übrigens Vielfache sind) zusammengesetzt ist. Was ist dann also die allgemeine Form einer Meinung? Es handelt sich um ein Urteil, das über dies oder jenes Element der objektiven Situation gefällt wird: »Das Wetter ist heute stürmisch«, »Ich, ich sage euch, dass alle Politiker korrupt sind«, usw. Es ist erforderlich, dass die Elemente der Situation - die genau das sind, was die Situation ausmacht - auf die eine oder andere Art benannt werden, damit man über sie in Worten (termes) der Meinung »diskutieren« kann. »Benennen« will lediglich heißen, dass die menschlichen Tiere in der Lage sind, über diese Elemente zu kommunizieren, ihre Existenz sozial einzubinden, sie unter ihre Interessen unterzuordnen.

»Situative Sprache« wollen wir die pragmatische Möglichkeit nennen, die in ihr zusammenkommenden Elemente zu benennen und über sie Meinungen auszutauschen.

Jede Wahrheit hat auch mit den Elementen der Situation zu tun, da ihr Prozess nichts anderes ist, als sie vom in der Perspektive des Ereignisses aus zu prüfen. In diesem Sinn gibt es eine Identifizierung dieser Elemente durch den Wahrheitsprozess, und da es sich um jemanden handelt, der an der Komposition eines Wahrheitssubjekts teilhat, ist es gewiss, dass er zu dieser Identifizierung beitragen wird, indem er die situative Sprache gebraucht, die er als »Jemand« wie jedermann praktiziert. Von diesem Standpunkt aus durchquert der Wahrheitsprozess die situative Sprache auf die gleiche Weise, wie er alle Kenntnisse durchquert.

Aber die Überprüfung eines Elements gemäß einer Wahrheit ist etwas ganz anderes als ihr pragmatisches Urteil in Worten der Meinung. Es handelt sich nicht darum, dieses Element den Interessen - die im Übrigen divergieren, denn die Meinungen sind untereinander unzusammenhängend -, also den Interessen der menschlichen Tiere anzupassen. Es handelt sich lediglich darum, sich über dieses Element »wahrheitsgemäß« im Ausgang von einem sich in die Folge des Ereignisses einschreibenden immanenten Bruch (rupture immanente post-événementielle) zu äußern. Und diese Bewertung ist ihrerseits desinteressiert, sie zielt darauf ab, das Element mit einer Art Ewigkeit zu versehen, womit das Unsterblich-Werden von »den wenigen«, die am Subjekt der Wahrheit teilhaben, Subjekt, das die wirkliche Basis der Bewertung ist, übereinstimmt.24

Daraus ergibt sich eine wichtige Konsequenz, nämlich die, dass eine Wahrheit letztendlich Namen verändert. Wir wollen darunter verstehen, dass ihre eigene Benennung der Elemente etwas anderes ist als die pragmatische Benennung und das sowohl am Ausgangspunkt (dem Ereignis, der Treue) als auch an ihrem Ziel (eine ewige Wahrheit). Und dies ist sogar wahr, wenn der Wahrheitsprozess die situative Sprache durchquert.

Es ist also nötig, anzunehmen, dass neben der Sprache der objektiven Situation, die das Kommunizieren der Meinungen ermöglicht, eine Subjekt-Sprache (Sprache der subjektiven Situation) existiert, welch letztere die Einschreibung einer Wahrheit ermöglicht.

Dieser Punkt ist in Wirklichkeit evident. Die mathematisierte Sprache der Wissenschaft ist keineswegs die Sprache der Meinungen, auch nicht der Meinungen über die Wissenschaft. Die Sprache einer Liebeserklärung kann ein ganz alltägliches Aussehen haben (»Ich liebe dich«, zum Beispiel), jedoch ist ihre Macht in der Situation völlig losgelöst vom gemeinen Gebrauch derselben Worte. Die Sprache des Gedichts ist nicht die des Journalismus. Und die Sprache der Politik ist in dem Mace einzigartig, dass das Urteil der Meinung über sie lautet, dass sie ein »Parteijargon« ist.

Aber was uns interessiert, ist, dass die Macht einer Wahrheit in Richtung auf die Meinungen darin besteht, dass sie die pragmatischen Benennungen (die Sprache der objektiven Situation) zwingt, sich durch die Berührung mit der Subjekt-Sprache zu beugen und zu deformieren. Dies und nichts Anderes verändert die etablierten Kodizes der Kommunikation durch die Wirkung einer Wahrheit.

Wir können jetzt definieren, was eine totale Macht der Wahrheit sein könnte: Es könnte eine to-tale Macht der Subjekt-Sprache sein. Das heißt die Fähigkeit, alle Elemente der objektiven Situation im Ausgang vom Wahrheitsprozess zu benennen und zu bewerten. Ist die Subjekt-Sprache einmal starr und dogmatisch (oder »verblendet«) geworden, würde sie vorgeben, im Ausgang von ihren eigenen Axiomen die Totalität des Wirklichen benennen zu können - und so die Welt zu verändern.

Die Kräfte der situativen Sprache sind ihrerseits eigentlich ohne Einschränkung: Jedes Element ist geeignet, im Ausgang von einem beliebigen Interesse benannt zu werden und in den Kommunikationen zwischen menschlichen Tieren ver-/beurteilt zu werden. Aber da jedenfalls die genannte Sprache inkohärent und dem pragmatischen Austausch ausgeliefert ist, ist diese totale Berufung von geringer Bedeutung.

Wenn es sich dagegen um die Subjekt-Sprache (Sprache des Aktivisten, des Forschers, des Künstlers, des Liebenden usw.), die das Ergebnis eines Wahrheitsprozesses ist, handelt, hat die Annahme der totalen Macht Konsequenzen ganz anderer Art.

Zunächst setzt man so voraus, dass sich die Totalität der objektiven Situation in die besondere Kohärenz einer subjektiven Wahrheit einordnen lässt.

Dann setzt man voraus, dass es möglich ist, die Meinung zu vernichten. Wenn nämlich die Subjekt-Sprache dieselbe Ausdehnung hat wie die situative Sprache, wenn man von allen Dingen das Wahre aussagen kann, dann manifestiert nicht mehr die einfache Deformierung des pragmatischen und kommunikativen Gebrauchs die Macht einer Wahrheit, sondern die absolute Autorität der wahrhaftigen Benennung. Eine Wahrheit wird dann eine ganz einfache Ersetzung der situativen Sprache durch die Subjekt-Sprache erzwingen. Dies kann auch so gesagt werden: der Unsterbliche verwirklicht sich als integrale Negation des menschlichen Tiers, das sein Träger ist.

Wenn Nietzsche sich vornimmt, »die Weltgeschichte entzwei zu schlagen«, indem er den christlichen Nihilismus mit Dynamit versorgt und das große, dionysische »Ja« des Lebens verallgemeinert; oder wenn einige Rote Garden der chinesischen Kulturrevolution im Jahre 1967 die vollständige Abschaffung des Egoismus ankündigen, dann handelt es sich wohl um die Vision einer Situation, aus der das Interesse verschwunden ist und in der die Meinungen durch die Wahrheit, an die sich Nietzsche und die Roten Garden anschließen, ersetzt werden. Der große Positivismus des 19. Jahrhunderts hatte gleicherweise die Vorstellung, dass die Äußerungen der Wissenschaft in allen Bereichen die Meinungen und Glaubenssätze ersetzen würden. Und die deutschen Romantiker bewunderten ein Universum, das ganz und gar durch eine verabsolutierte Poetik erstarrt war.

Aber Nietzsche ist wahnsinnig geworden. Nachdem sie riesige Verwüstungen begangen hatten, wurden die Roten Garden füsiliert und ins Gefängnis geworfen, oder sie übten an ihrer eigenen Treue Verrat. Unser Jahrhundert ist der Friedhof der positivistischen Fortschrittsideen. Und die Romantiker, die bereits freiwillig Selbstmord verübten, erlebten, wie, in der Verwandlung der »ästhetisierten« Politik, ihr »literarisches Absolute« Monster erzeugte.25

Jede Wahrheit setzt nämlich in der von ihr induzierten Komposition der Subjekte voraus, dass der »Jemand«, die doppelzüngige Aktivität des menschlichen Tiers, das der Wahrheit ausgeliefert ist, erhalten bleibt. Selbst die ethische »Konsistenz« - wie wir gesehen haben - ist nur ein desinteressiertes Engagement in der Treue, Engagement bezüglich des Ausharrens, dessen Ursprung das Interesse ist. Derart, dass jedes Zielen auf eine totale Macht der Wahrheiten das ruiniert, was Träger dieser Wahrheiten ist.

Der Unsterbliche existiert nur in und durch das sterbliche Tier. Die Wahrheiten haben ihren singulären Durchbruch nur im Webstoff der Meinungen. Es sind wir selbst als solche, die sich dem Subjekt-Werden aussetzen. Es gibt keine andere Geschichte als unsere, es gibt keine wahre Welt, die kommen wird. Die Welt als Welt ist und bleibt diesseits des Wahren und Falschen. Es gibt keine Welt, die von der Kohärenz des Guten gefangen wäre. Die Welt ist und bleibt diesseits des Guten und des Bösen.

Das Gute ist das Gute nur insofern, als es nicht vorgibt, die Welt zum Guten zu wenden. Ihr einziges Sein ist die Herankunft (advenue)26 als Situation einer einzigartigen Wahrheit. Es ist also nötig, dass die Macht einer Wahrheit auch eine Ohnmacht ist.

Jede Verabsolutierung der Macht einer Wahrheit bereitet ein Böses vor. Dieses Böse ist nicht nur situative Zerstörung (weil der Wunsch, die Meinung zu vernichten, im Grunde mit dem Wunsch, die Tierhaftigkeit selbst im menschlichen Tier, also sein Sein, zu vernichten, identisch ist), sondern schließlich Unterbrechung des Wahrheitsprozesses, in dessen Namen es sich durchsetzt, weil es in der Komposition seines Subjekts die Duplizität der Interessen (Desinteressiertes-Interesse und Interesse überhaupt) nicht bewahren kann.

Daher werden wir diese Form des Bösen ein Desaster nennen, Desaster der Wahrheit, das durch die Verabsolutierung ihrer Macht induziert wurde.

Dass die Wahrheit keine totale Macht hat, bedeutet in letzter Instanz, dass die Subjekt-Sprache, die Produktion des Wahrheitsprozesses, keine Macht hat, alle Elemente der Situation zu benennen. Es muss wenigstens ein wirkliches Element existieren, ein in der Situation existierendes Vielfaches, das für die wahrhaftigen Benennungen unerreichbar bleibt und das nur der Meinung, der Sprache der Situation ausgeliefert ist. Dies ist ein Punkt, den die Wahrheit nicht erzwingen kann.

Wir werden dieses Element das Unnennbare einer Wahrheit nennen.27

Das Unnennbare ist nicht »an sich« unnennbar: es ist virtuell der Sprache der Situation zugänglich; sicher kann man über es Meinungen austauschen. Denn es gibt keine Grenze für die Kommunikation. Das Unnennbare ist unnennbar für die Subjekt-Sprache. Sagen wir, dass dieser Ausdruck nicht geeignet ist, ewig zu werden, oder er dem Unsterblichen nicht zugänglich ist. Er ist in diesem Sinn das Symbol des bloßen Wirklichen (pur reel) der Situation, seines Lebens ohne Wahrheit.

Es ist eine schwierige Aufgabe des (philosophi-schen) Denkens, den Punkt des Unnennbaren eines Typs von Wahrheitsprozess festzulegen. Es geht nicht darum, uns hier zu engagieren. Sagen wir jedoch, dass man festlegen kann, dass, wenn es sich um Liebe handelt, die sexuelle Lust als solche der Macht der Wahrheit (die Wahrheit hinsichtlich beider Bereiche ist) entzogen (soustraite) ist. In der Mathematik, die im wahrsten Sinne des Wortes das nicht widersprüchliche Denken ist, ist es gerade die Widerspruchslosigkeit, die unnennbar ist: Es ist in der Tat bekannt, dass es unmöglich ist, aus dem Inneren eines mathematischen Systems heraus die Widerspruchslosigkeit dieses Systems zu erweisen (dies ist der berühmte Lehrsatz von Gödel).28 Schließlich sind die Gemeinschaft, das Kollektiv das Unnennbare der Politik: Jeder Versuch, eine Gemeinschaft »politisch« zu benennen, induziert ein katastrophales Böses (un Mal dé-sastreux) (wie man es sowohl im Extremfall des Nazismus sieht wie im reaktionären Gebrauch des Wortes »Franzose«, dessen ganzer Zweck ist, die hiesigen Leute durch die willkürliche Anschuldigung, »Ausländer« zu sein, zu verfolgen).

Was uns wichtig ist, ist das allgemeine Prinzip: Das Böse besteht diesmal darin, unter einer Wahrheitsbedingung um jeden Preis die Benennung des Unnennbaren erzwingen zu wollen. Genau dies ist Prinzip des Desasters.

Trugbild (das mit Ereignis korreliert), Verrat (das mit Treue korreliert), Erzwingung des Unnennbaren(das mit der Macht des Wahren korreliert): Derart sind die Formen des Bösen, des Bösen, dessen Möglichkeit nur durch das erkennbare Gute - nämlich ein Wahrheitsprozess - aktualisiert wird.


SCHLUSSFOLGERUNG

Wir sind von einer radikalen Kritik an der »ethischen« Ideologie und ihrer sozialisierten Varianten ausgegangen: Lehre der Menschenrechte, Vision des Menschen als Opfer, humanitäre Einmischung, Bio-Ethik, formloser »Demokratismus«, Ethik der Verschiedenheiten, kultureller Relativismus, moralische Exotik usw.

Wir haben gezeigt, dass diese intellektuellen Tendenzen unserer Zeit bestenfalls Varianten der antiken, moralisierenden und religiösen Predigt sind, schlimmstenfalls das bedrohliche Gemisch aus Konservatismus und Todestrieb.

Wir haben in der Strömung der Meinung, die in jedem Augenblick die »Ethik« beschwört, ein schlimmes Symptom für den Verzicht auf gerade das gesehen, was die menschliche Art vom Raub lebender Lebewesen, das sie auch ist, unterscheidet: nämlich die Fähigkeit, an der Komposition und dem Werden von einigen ewigen Wahrheiten teilzuhaben.

Von diesem Standpunkt aus zögern wir nicht, zu sagen, dass die »ethische« Ideologie in unseren Gesellschaften der wichtigste (aber vorübergehende) Gegner all derer ist, die sich bemühen, einem Denken, welches auch immer es sei, [Haus-]Recht zu geben.

Dann haben wir die Rekonstruktion eines annehmbaren Begriffs der Ethik skizziert, der ihre Maxime dem Werden der Wahrheiten unterordnet. Diese Maxime heißt in allgemeiner Form: »Weitermachen!« Weitermachen, dieser »Jemand« zu sein, ein menschliches Tier wie alle anderen, das jedoch sich in der Lage befindet, vom ereignishaften Prozess einer Wahrheit ergriffen und versetzt worden zu sein. Weitermachen, an diesem Wahrheitssubjekt, das wir zu werden erreicht haben, teilzunehmen.

Im Herzen der Paradoxe dieser Maxime haben wir die echte Figur des Bösen in seinen drei Arten angetroffen, wobei das Böse vom Guten (den Wahrheiten) abhängt. Die drei Arten sind: Trugbild (ein unbeugsamer Anhänger eines falschen Ereignisses sein), Verrat (einer Wahrheit aus dem Wege gehen um des Interesses willen), Erzwingung des Unnennbaren oder Desaster (glauben, dass die Macht einer Wahrheit total ist).

Daher ist das Böse eine Möglichkeit, die erst durch das Treffen auf das Gute eröffnet wird. Die Ethik der Wahrheiten, die nur diesem »Jemand«, der wir je sind, Konsistenz verleiht, der schließlich durch sein eigenes tierisches Ausharren das zeitlose Ausharren eines Wahrheitssubjekts stützt, - die Ethik der Wahrheiten ist auch das, was versucht, dem Bösen Stirn zu bieten, und das dadurch, dass sie sich effektiv und beharrlich Teil eines Prozesses einer Wahrheit wird.

Die Ethik verbindet also unter dem Imperativ »Weitermachen!« eine Quelle des Unterscheidens (sich nicht von den Trugbildern einnehmen zu lassen), des Muts (nicht nachzugeben) und der Zurückhaltung (sich nicht den Extremen der Totalität hinzugeben).

Die Ethik der Wahrheiten nimmt sich nicht vor, die Welt der abstrakten Herrschaft eines Rechts zu unterwerfen, noch gegen ein äußeres und radikales Böse zu streiten. Sie versucht dagegen, dem Bösen durch ihre eigene Treue zu den Wahrheiten entgegenzutreten - dem Bösen, von dem sie erkannt hat, dass es die Kehrseite oder die Schattenseite dieser Wahrheiten ist.


ANMERKUNGEN
Die im Haupttext in eckige Klammern gesetzten Wörter sind Zusätze des Übersetzers.

24 Die Übersetzung von französisch »prononciation« mit »Bewertung« orientiert sich hier an der Übersetzung ins Englische, wo »evaluation« zu stehen kommt: Alain Badiou: Ethics : an essay on the understanding of evil, transl. and introduced by Peter Hallward, London, New York, Verso, 2001, Seite 82. (A.d.Ü.)
25 Philippe Lacoue-Labarthe und Jean-Luc Nancy: L'Absolu littéraire, Paris, Seuil, 1988. Diese beiden Autoren arbeiten seit mehreren Jahren an der Frage des Zusammenhangs zwischen der deutschen Romantik und der Äsehetisierung der Politik im Faschismus. Vgl. auch von Philippe Lacoue-Labarthe: La Fiction du poltique, C. Bourgois, 1978.
26 Der deutschsprachige Leser wird beim franz. Wort »advenue« an das deutsche Wort »Advent« denken. In der Tat ist ja meine fast durchgängige Übersetzung des franz. Wort »Mal« durch »Böses« christlich gefärbt. Ich habe mich für diese Übersetzung entschieden, weil im Wort »Übel« kein direkt moralisches Moment mitschwingt. Dass fernerhin Alain Badiou keinen christlichen Horizont hat, dürfte jedem Kenner seiner Schriften klar sein. Vgl. auch: Alain Badiou: Gott ist tot: kurze Abhandlung einer Ontologie des Übergangs, Wien, Tuna + Kant, 2002. A.d,Ü.
27 Alain Badiou: Conditions, Paris, Seuil. Es gibt in diesem Sammelband zwei Texte über das Unnennbare: »Conference sur la soustraction« und »La vérité: forcage et innommable«.
28 Le Théorèrne de Gödel, Paris, Seuil. Es ist wichtig, genau zu begreifen, was dieser berühmte Lehrsatz besagt.


Die Zeit des Aufstands
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