Doing things together

EIN GESPRÄCH ZU WORKSHOPS
Vorläufige Notizen aus der Einführung
Mein Interesse euch einzuladen, die alle selbst mit dem Veranstalten von Workshops Erfahrung haben, um über das Format des Workshops zu sprechen, stammt daher, dass mir zum einen die Häufung dieses Arbeitsformat am Flutgraben aufgefallen ist. Zum anderen interessiert mich, warum wir dieses Format so oft als Arbeitsweise wählen, weil ich übermäßig strukturierten und geplanten Arbeitsphasen eigentlich mit großem Unbehagen begegne. Mein Grundinteresse an der Frage nach dem Gebrauch des Formats des Workshops und seiner Brauchbarkeit, geht mit einer Skepsis gegenüber strikt strukturierten Formaten einher: Braucht es eine Zielvorgabe und einen detailliert geplanten Ablauf in gemeinsamen Gesprächssituationen? (Warum) brauchen wir Verfahren, die durch Moderation, Visualisierung und Dokumentation, und andere Gesprächstechniken unsere selbstorganisierten Arbeitsprozesse strukturieren?Ein Treffen mit Teilnehmer_innen von Interflugs, Wir spielen, Raumerweiterungshalle, Domestic Utopias, Capitalism as we live it, Occupy und Inverse Institution.


Links und Further Reading

Radikal Pedagogik blog radikalpedagogik.blogspot.de

Do the right thing www.studio-sm.se/MFK_Do-the-right-thing_ENG.pdf

Jo Freeman - The tyranny of structurelessness: www.jofreeman.com/joreen/tyranny.htm

Work hard, play hard: www.workhardplayhard-film.de/


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Kollektive Zusammenhänge verknüpfen

Capitalism as we live it

Domestic Utopias
 
Johanna und Lisa von Radikal Pedagogik schreiben in ihrem Buch Do the right thing über MFK (Malmö Free University for Women), dass die "Kunstwelt unsicher und hierarchisch ist". Sie schlagen die klare Benennung von Teilnehmenden, Regeln, Erwartungen und Rahmungen vor, um zu verhindern, dass sich informelle Ordnungen unterhalb der sichtbaren Strukturen durchsetzen, um zu vermeiden, dass, wie im Kunstkontext üblich, informelle Codes über Zugehörigkeit und Ausschluss entscheiden und die Interaktion dominieren. Unsichtbare und implizierte Regeln können nicht oder nur schwer aufgedeckt und verändert werden, wenn nicht transparente Verfahren und Strukturen ihnen entgegen gesetzt werden. MFK beziehen sich auf den Text "the tyranny of structurelessness" von Jo Freeman, der 1970 veröffentlicht wurde und in dem sie die Frauenbewegung dafür kritisiert, nicht ausreichend deutliche Arbeitsstrukturen einzuführen. Sie schreibt: "Unstructured groups may be very effective in getting women to talk about their lives; they aren't very good for getting things done." Freeman weiter: "The basic problems didn't appear until individual rap groups exhausted the virtues of consciousness-raising and decided they wanted to do something more specific. At this point they usually foundered because most groups were unwilling to change their structure when they changed their tasks. Women had thoroughly accepted the idea of "structurelessness" without realizing the limitations of its uses. People would try to use the "structureless" group and the informal conference for purposes for which they were unsuitable out of a blind belief that no other means could possibly be anything but oppressive."

  
Jo Freeman begründet das Zustandekommen regierender Eliten mit der Macht informeller Netzwerke, die erfordern, dass man die richtigen Leute kennt und Anliegen mit den Entscheidungsträgern persönlich bespricht. Schließlich erfordern sie Zeit, Commitment, sozialen Status, um Zugehörigkeit zu erlangen, was all jene ausschließt, die diesen Aufwand nicht betreiben können oder wollen oder bereits aufgrund sozialer Kriterien von Klasse, gender und race ausgeschlossen werden. Freeman argumentiert: "As long as the women's liberation movement stays dedicated to a form of organization which stresses small, inactive discussion groups among friends, the worst problems of Unstructuredness will not be felt. But this style of organization has its limits; it is politically inefficacious, exclusive, and discriminatory against those women who are not or cannot be tied into the friendship networks. Those who do not fit into what already exists because of class, race, occupation, education, parental or marital status, personality, etc., will inevitably be discouraged from trying to participate. Those who do fit in will develop vested interests in maintaining things as they are."