EDITORIAL #2


ANFANG
erster Satz zum Schreiben und erster Einsatz Editorial
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Die Zeitschrift, dessen Editorial hier vorliegt, versteht sich als eine Projektion, als ein Projekt
einer Zeitschrift. Schreiben bedeutet eine Art primärer Politik, weil es zwischen Leben,
Gesetzeskraft und Gemeinschaft, Einschreibung und Entschreibung eine Form sucht. Ein
Editorial voranzustellen und zugleich auf die Zeitschrift, die nachfolgen würde, verzichten,
damit wollt ihr einen Aufruf verfassen, der jene Texte einbestellt, die diese Situation fordert.
Ein Editorial ohne Zeitschrift, das handelt immer auch davon, was geschrieben, hätte
geschrieben werden müssen in den konkreten, aber flüchtigen kollektiven Situationen. Wie
schreibt man so einen Text, der andere Texte, die geschrieben hätten werden können und
müssen, imaginiert?
Das Editorial ist die editierende Stelle, wo sich ein Zusammenhang konstituiert und
verantwortet, (??? hier interessiert mich das verantworten vielleicht als übergang von 1 zu 2)
etwa: Wie aber lässt sich verantworten/das Schreiben in einer Situation verantworten, die/in der wir?
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Wir haben begonnen, diese Zeitschrift als ein Editorial ohne Zeitschrift zu denken,
weil sich dort Programmierung, Projektion, Diagnose, Imagination, Narrativ, Wunsch, Schreiben und
Lesen sich zu einer projektierenden und zugleich editierenden Signatur versammeln.
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ZWEITER TEIL
a Beginn Situationsbeschreibung einerseits und
b Situierung: von wo schreiben wir
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Wir sehen uns mit einer Politik der Alternativlosigkeit konfrontiert, eine Politik, die ebenso
leicht in konkret repressive Gewalt, sei es als Gewalt im Inneren (wie Gewalt nach Innen und
gegen Einzelne als Vereinzelte gerichtet ist und singularisiert; Sicherheitsstaat) oder als
kriegerische Aggression zwischen Staaten(???), und als abstrakter Mechanismus der Ökonomie
und seiner sozialen Verwerfungen sich aktualisiert.
Krise umfasst auch, dass wir mit allen Formen der Drohung, des drohenden Szenarios, ein
Szenarios des Verlusts, der Verschlechterung unserer Lebensverhältnisse regiert werden.
(Würde gern etwas zu diesem Öffentlichkeits-Politische-Komplex formulieren: von hier gerät
das Politische vollkommen ins Private ? an die Stelle der Sanktionierung ? zum Einzelnen, wo
sie unaushaltbar ist.)
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Und dieser Wunsch nach einer Widerständigkeit angesichts der eigenen Ohnmacht einem
übermächtigen Zusammenhang gegenüber. Die Ohnmacht, um die es geht, ist eine des Sagbaren
und Vernehmbaren.
Mit der Apparatur der Sprache den Zwiespalt bezeichnen, in den uns dieses schreiben bringt: in
einer repressiven Situation das zu beschreiben versuchen, was uns abhält, das Wort zu ergreifen.
Situierung mit ins Schreiben nehmenum klar zu machen, aus welcher Subjektposition wir
sprechen
''ABSATZ ZUM WIR heisst: Entscheidung, auf das Wir als Wort im Text zu verzichten. Warum?
Was impliziert das Wir außer toller Gemeinschaftlichkeit? Andererseits, wer ist wir als Leute,
deren kein Zugang zu Universitäten, Ländern, Ressourcen verstellt ist.??
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DRITTER PART
Neuer Einsatz Editorial (vertiefen) und
Zeitschrift, Frequenz, Telegrammatik einführen
(Bedingungen der Zeitschrift, warum Zeitschrift)
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Mit dem Editorial beginnen wir
uns einzuschreiben in die Zeit, die Zeit, die Gefahr läuft,
sich nur noch auf sich selbst beziehen zu können,
wie eine zirkulierende Gegenwart, aus der wir uns rausschreiben,
hinschreiben wollen in ein kollektives Wünschen,
hin zu schreiben in ein Schreiben,
das einen Rhythmus hat, ein Stampfen, das die Situation
adressiert, die uns repressiv, absolut bedrängt.
VIERTER PART
Imagination, Archäologie und Wünsche
(als zukünftige Praxis)
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ZULETZT und AUSSTIEG
Frage Adressierung Gruppe/Öffentlichkeit
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