Resümee März 2012


schreiben statt lesen
                                                    Welche Öffentlichkeit generiert eine Zeitschrift,
                                                    was öffnet sich darin? 

                                                    Die Gegenöffentlichkeit legt die Ereignisse ja nicht
                                                    einfach anders aus, sondern sie führt ein anderes
                                                    zeitliches Verhältnis ein – eine neue Bedingung des
                                                    Zeitlichen vielleicht.
Kritik/Situation/Aufstand (ist Sache einer fortschreitenden Arbeit des Veröffentlichens)
kontinuierliche Aktivität (Treue; wie etwa post-occupy als situation behaupten – neue Situation an politischen Subjekten hervorgerufen; welche konkrete Erfahrung; was bedeutet die Hegemonisierung des Wissens, was hat das für Konsequenzen; ein Zeit-Bruch behaupten; wo bin ich post im Moment; Frage der Ernüchterung, des Endens von versprechenden Praktiken; Frage/Problem der Aneignung von Erfahrung) statt Aktionismus nach der eigenen Situiertheit fragen + die Frage einer Indirektheit, dessen, was noch drunter liegt (sublime)
Zeitschrift nicht nur in der Zeitlichkeit, sondern Örtlichkeit denken (dass sie an verschiedenen Orten erscheint)
Analyse der Situation (Hegemonie Deutschland; Hegemonie der Politik des Schreibens)
schockhafte Ereignis, in Bann halten – Handlungsunfähigkeit
         Welchen Erfordernissen/Begehren muss/kann                   colectivo situaciones – situationale Zusammensetzung eines Kollektivs (Intentsität eines Bandes) als Bedingung für Denken: Frage kommt nicht von außen, sondern artiuliert sich in der situationalen Zusammensetzung; lesende Selbstreferentialität; in das Gefüge hineingehen
         eine Zeitschrift sich zuwenden?
         Welche Formate des Schreibens können gegenwärtig            Gewalt der Schrift; Fragen der Einschreibung; Problem Verhältnisse festschreiben
         der Notwendigkeit, sich zu dem, was geschieht,              Figur der Expertin/des Experten (Technokratie, Neutralität, disengagment, Wissenschaft als Apparat, als systemische Schließung); Kritik eines dominierenden (instrumentellen) Umgangs mit Sprache/Schrift; Machtverhältnis der Objektivierung, des Begriffs
         zu verhalten, entsprechen?                                  Verhältnis zum eigenen Schreiben; ein Schreiben, das handelnd ist, im Moment der Schrift
         D.h. sich mittels dem Format der Zeitschrift in widerständige Situationen und emanzipatorische Bewegungen zu begeben.
-> Was fehlt euch gegenwärtig an den existierenden Formaten der Zeitschrift, oder des Veröffentlichens allgemein? demgegenüber: welche emanzipatorischen bewegungen existieren denn aktuell? wo will ich intervenieren? wer ist mit emanzipatorischen bewegungen gemeint? außerdem ist magazin nicht nur Schrift, sondern arbeitet auch mit Bild und Design?
es fehlt das konkrete, sprache finden für negatives
frage der motivation
Drängen (erfordert das nicht, sich etwas Konkretes zu suchen, von dem aus das Drängen addressierbar wird und man schreibt, also Setzung sich vorgeben) auf Realität Intuition, Ungeduld, Nervosität etc. Praxis einer Aufmerksamkeit Leitet das schon zur Frage des Übersetzens? An/Enteignung von Erfahrungen
Konzeption eines gemeinsamen Schreibens, das in gewisser Weise untrennbar wäre von der Intervention ins Öffentliche (die Forderung nach einem anonymen Schreiben läuft parallel mit dem Akt eines politischen Engagements)
das ist komplexer, weil zugleich so etwas wie ein Anonym der Schreibenden Einsatz findet und eine Signatur ausgespielt wird – allerdings als Unterzeichnende –, die eher so etwas wie Bekräftigung des Geschriebenen ist, ohne den Ort der Autorschaft einzunehmen (diejenigen, die signieren, fügen sich eher dem Gesagten hinzu, gewissermaßen im Lesen zeichnen sie gegen)
das Unterzeichnen, das in die Spur des Lesens versetzt
das Verhältnis von Signatur und Anonymität zeigt sich unmittelbar in der Geste des Unterzeichnens, es ist zugleich Echo auf das Verhältnis von Schreibenden und Lesenden (als ob die Unterzeichnenden schon die Lesenden wären und nicht mehr einfach den Schreibenden angehörten)
Im Akt des Unterzeichnens stellt sich Öffentlichkeit her.
Zeitlichkeit der Zeitschrift, ihres Erscheinens, bspw. als Periodika, als wiederkehrend (wieder der Schließung); Frage des Rhythmus
                 die frage der organisation schließt sich daran an
                 diese geste des signierens greift auf die organisation der zeitschrift über
zeitschrift ist gesellschaftliche praxis, braucht mehrere wirft die Frage auf, dass Schreiben öffentlich geschieht, dass das Politische nicht etwas der Zeitschrift äußerliches ist, sondern implizit
Das Handwerkzeug einer Zeitschrift beinhaltet auch ganz konkret Politik der Literatur Verlegen, Publizieren und Distribution – also vieles, was in der Begriff der kollektiven Praxis ist allgegenwärtig gegenwärtigen Publikationskultur auf vorgegebenen Kanälen aber der politische Moment ist wenig bis gar nicht abläuft und deren Bedingungen weitgehend unangetastet lässt. abrufbar oder mobiliserbar
Die Anarchitektonik der Distribution steht im Verhältnis mit den Ereignisse und Situationen.
Vielleicht müssen wir daher auch eine Situation der Zeitschrift denken, die im Moment der Organisation/Redaktion schon wie eine lesende und schreibende Gemeinschaft funktioniert.
… dass sich das Projekt nicht von einem Redaktionsprozess her entwirft, sondern von einem gemeinsamen Schreiben … wie sich von den zusammengeschobenen Fragmenten potenziell Beiträge aus ergeben, denen man nachkommen könnte … wie sich aus dem gemeinsamen Schreiben Fragen und Bewegungen lösen, denen man Raum und Zeit geben muss … eine erhöhte Spannung, ein nervöses Lesen, das Editieren als ein wiederholtes Schreiben, das sich immer wieder dem öffnet, von dem zu sprechen es sich vorgegeben hat
das wäre unser Anspruch, diese Situation zu konzipieren, die ein gemeinsames Schreiben/Lesen ermöglicht, das zugleich Übersetzungsarbeit ist von dem, was an emanzipatorischen Bewegungen darin verhandelt/gelesen wird
Praxis des Übersetzens Verhältnis einer Übersetzung von Bewegung/Ereignis in Sprache und Sprache als Ereignis/Bewegung; subjektiv, objektiv; Verhältnis zur eigenen Zeit Effekte zeitigen Einfügung einer anderen Zeit Die Tätigkeit des Übersetzens zeitigt durch eine doppelte Geste Effekte: übersetzt das, was geschieht, macht es zu einer öffentlichen Angelegenheit und aktualisiert im Übersetzen noch grundsätzlich (immer aufs Neue) den Raum des Öffentlichen selbst – dass es so etwas gibt: eine öffentliche Angelegenheit. Die Zeitschrift ist nicht Analyse in erster Instanz, sondern Übersetzung, d.h. auch die Einfügung einer bestimmten Zeitlichkeit in die Zeit des Alltäglichen, die die Möglichkeit des Vernehmens eines solchen Anspruchs eröffnet, oder eher wachhält.
also wie auch eine beobachtende und übersetzende Haltung einnehmen
                                           Das Projekt einer Zeitschrift ist nach innen
                                           wie nach außen adressiert (Übereinkunft). 
                                           Damit ergibt sich eine Verbindlichkeit, ohne die
                                           das Projekt keine Zeit hätte.