GRENZWACHTURM SCHLESISCHER BUSCH


In den Blick nehmen
Programmierung des Grenzwachturms 2013



Für den Passanten, der den Grenzwachturm von aussen betrachtet, stellt sich dieser als nicht zugänglicher Ort dar. Er kann sich einen Blick aus dem Wachturm vorstellen, ihn aber nicht selbst einnehmen. Sein Bild ist in erster Linie ein medial vermitteltes. Wir möchten uns die Rückseite dieser repräsentativen Bilder von Geschichte ansehen und fragen: Welche Prozesse sind am Zustandekommen öffentlicher, nationaler Bilder sowie an der Herstellung einer Gedenkkultur beteiligt? Wie können wir die Politiken, die in der Erzeugung öffentlicher und nationaler Repräsentation von Geschichte und Kultur wirken, in den Blick nehmen? Uns interessiert, wie wir die Funktion des Grenzwachturms als ehemals überwachende Sichtarchitektur und die damit verbundene Raumerfahrung befragen und umdrehen können, so dass er als Ort funktionieren kann, an dem sich die Produktion und Rezeption von Geschichts-Bildern untersuchen und diskutieren lässt. Statt ein eindeutiges Bild von geschichtlicher Erfahrung wiederzugeben, möchten wir den Erinnerungsort für andere Perspektiven und Erfahrungen öffnen und die Passanten und Publikum für die Vielschichtigkeit politischer Konstruktion und Repräsentation sensibilisieren.

Aktuell wird das Programm im Grenzwachturm Schlesischer Busch entwickelt durch Janine Eisenächer, Sönke Hallmann, Lydia Hamann, Inga Zimprich und Jo Zahn. Das Programm des Grenzwachturms Schlesischer Busch wird seit 2005 verantwortet durch den Vorstand des Künstlerhauses Flutgraben e.V., das auf dem gegenüberliegenden Gelände der Arena liegt.


Jetzt, Noch-nicht, Nicht-mehr
Programmierung des Grenzwachturms 2011

Entwickelt durch Sönke Hallmann, Inga Zimprich, Janine Eisenächer

mit: Cluster [kollektiv], Christine Brecht und Elske Rosenfeld, Nebojsa Milikic und Tijana Stevanovic

In 2011 verfolgt Flutgraben e.V. in der programmatischen Ausrichtung des Grenzwachturms das Interesse, diesen konkreten Zeitort aus künstlerischen wie theoretischen Perspektiven zu verhandeln. Im Rahmen zweiwöchiger Arbeitsaufenthalte sind internationale KünstlerInnen und TheoretikerInnen eingeladen, durch ihre Verfahren des Lesens und Schreibens einen kritischen Umgang mit Prozessen und Politiken der Repräsentation von Geschichte zu vollziehen. Sie diskutieren den Grenzwachturm als zeitliches Spannungsfeld, in dem historische Ereignisse aus verschiedenen Positionen befragt werden und verfügbar bleiben: Jetzt, Noch-nicht, Nicht-mehr. Neben seiner geschichtlichen Bedeutung wird der Grenzwachturm so um die Perspektive der Gegenwart und möglicher Zukünfte erweitert.

Eingeladen werden im Jahr 2011 KünstlerInnen und TheoretikerInnen, die sich während ihrer Arbeitsaufenthalte den Themenfeldern Zeit, Erinnerung, Szenario und Repräsentation widmen.

Dokumentiert werden sollen die Forschungsaufenthalte als Textheft, das spekulative Denkansätze rund um den Zeitort Grenzwachturm Schlesischer Busch versammelt und welches zukünftig im Grenzwachturm verfügbar sein soll. Zudem werden erarbeitete Materialien in die Dokumentationsstation im zweiten Stock des Grenzwachturms aufgenommen.


Right Now, Not Yet, No Longer
Programme Border Watchtower 2011

With: Cluster [kollektiv], Nebojsa Milikic, Tijana Stevanovic and Christine Brecht and Elske Rosenfeld

Developed by Sönke Hallmann, Inga Zimprich, Janine Eisenächer

Since 2011 Flutgraben e.V. has oriented its programming of the former border watchtower towards exploring the specificity of this time-space. Artists as well as theoreticians are invited to the tower for two-week research residencies, and to critically engage with the processes and politics of representing history through their own various practices. They address the watchtower as a field of complex temporal convergences, in which historical events can be approached from the different positionalities of a now, a not yet and a no more. To the historical significance of the tower, the programme thus adds the perspective of the present and that of possible futures.



Vorangegangene Veranstaltungen:
Tijana Stevanovic: I'm too sad to dissent
Nebojsa Milikic: Landscape
Sebastian Hau-Walker in Zusammenarbeit mit Gabriela Alderate, Malte Beisenherz und Jacob Woods
Tijana Stevanovic: because I know the recurring scenario so damn well
Christine Brecht, Elske Rosenfeld: Avantgarde und Mahnmal zugleich sein
Flutgraben Projekte
Homepage Flutgraben e.V.

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