GRENZWACHTURM SCHLESISCHER BUSCH


Jetzt, Noch-nicht, Nicht-mehr
Programmierung des Grenzwachturms 2011

Entwickelt durch Sönke Hallmann, Inga Zimprich, Janine Eisenächer

mit: Cluster [kollektiv], Johan Siebers, Nebojsa Milikic, Erika Eiffel und Tijana Stevanovic

In 2011 verfolgt Flutgraben e.V. in der programmatischen Ausrichtung des Grenzwachturms das Interesse, diesen konkreten Zeitort aus künstlerischen wie theoretischen Perspektiven zu verhandeln. Im Rahmen zweiwöchiger Arbeitsaufenthalte sind internationale KünstlerInnen und TheoretikerInnen eingeladen, durch ihre Verfahren des Lesens und Schreibens einen kritischen Umgang mit Prozessen und Politiken der Repräsentation von Geschichte? zu vollziehen. Sie diskutieren den Grenzwachturm als zeitliches Spannungsfeld, in dem historische Ereignisse aus verschiedenen Positionen befragt werden und verfügbar bleiben: Jetzt, Noch-nicht, Nicht-mehr. Neben seiner geschichtlichen Bedeutung wird der Grenzwachturm so um die Perspektive der Gegenwart und möglicher Zukünfte erweitert.

Eingeladen werden im Jahr 2011 KünstlerInnen und TheoretikerInnen, die sich während ihrer Arbeitsaufenthalte den Themenfeldern Zeit, Erinnerung, Szenario und Repräsentation widmen. In der kuratorischen Auswahl begegnen sich sowohl philosophische Ansätze zu Fragen von Zeitlichkeit (Johan Siebers), als auch über den Bereich der bildenden Kunst hinausragende Fragestellungen zur Beziehung zwischen Mensch und gebautem Objekt (Erika Eiffel). Nebojsa Milikic geht Fragen zur Repräsentierbarkeit von Erinnerungskultur nach und recherchiert Beispiele öffentlicher Monumente und Ausstellungen in Berlin in Bezug auf ein sich in der Planung befindliches Projekt in Neu-Belgrad, dass dem ehemaligen KZ Staro Sajmiste gedenken soll. Sebastian Hau-Walker entwickelt aus seiner künstlerischen Praxis eine ortsspezifische Performance. Tijana Stevanovic wiederum befasst sich mit Möglichkeiten der städtebaulichen Archivierung instabiler und spontaner Nutzungen von geplantem und gebautem Raum in Neu-Belgrad seit den 1990er-Jahren.

Dokumentiert werden sollen die Forschungsaufenthalte als Textheft, das spekulative Denkansätze rund um den Zeitort Grenzwachturm Schlesischer Busch versammelt und welches zukünftig im Grenzwachturm verfügbar sein soll. Zudem werden erarbeitete Materialien in die Dokumentationsstation im zweiten Stock des Grenzwachturms aufgenommen.






Nächste Veranstaltungen:
24./25./26. Juli

Vorangegangene Ausstellungen
Avantgarde und Mahnmal zugleich sein



GÄSTE

Juli:
Sebastian Hau-Walker in Zusammenarbeit mit Gabriela Alderate, Malte Beisenherz und Jacob Woods

September:
Tijana Stevanovic
Nebojsa Milikic

Oktober:
Johan Siebers
Right Now, Not Yet, No Longer
Programme Border Watchtower 2011

With: Cluster [kollektiv], Johan Siebers, Nebojsa Milikic, Erika Eiffel and Tijana Stevanovic

Developed by Sönke Hallmann, Inga Zimprich, Janine Eisenächer

Since 2011 Flutgraben e.V. has oriented its programming of the former border watchtower towards exploring the specificity of this time-space. Artists as well as theoreticians are invited to the tower for two-week research residencies, and to critically engage with the processes and politics of representing history through their own various practices. They address the watchtower as a field of complex temporal convergences, in which historical events can be approached from the different positionalities of a now, a not yet and a no more. To the historical significance of the tower, the programme thus adds the perspective of the present and that of possible futures.
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