Olya





Ich lese sehr langsam. Ich lese unheimlich langsam, Wort für Wort, als würde ich einen ganz dünnen Text über den Text legen. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes (ja) ganz so, als bräuchte es bloß diesen Moment des Erscheinens, um den Text zu Ende zu bringen. Als wäre das buchstäbliche Einfinden meiner Stimme der Moment des Erscheinens, der den Text erst zu Ende bringt.
Mir kommt es vor, als wäre die Spur, die ich im Lesen ziehe, schon vorher eingelassen in den Text. und als bräuchte es nur noch mich, um ihn zu Ende zu bringen.
Die Klangfarbe eines Textes, seine Stimme, die also im Schreiben schon als lesendes Schreiben eingelesen worden sein muss,
Die Stelle, an der der Text sich an ein Außen wendet, an dem er ganz und gar ins Ungewisse entlassen wird, das bin ich.
Mir kommt es vor, als wäre die Spur, die ich im Lesen ziehe, schon vorher eingelassen in den Text. Ich gehe nur den Rand entlang. Wie eine Naht. Ich füge dem Gesagten nichts hinzu außer dem Sagen selbst.
Ein guter Text zeichnet sich für mich dadurch aus, dass er den richtigen Ton trifft. Dass er sich, wie das Aufblitzen einer Spur, in mir abzeichnet, wenn ich ihn lese. Wenn ich ihn (hingegen) ein anderes Mal lese, und andere Wörter betone, das scheint dem Text völlig egal zu sein. Wie er vielleicht seinem Leser gegenüber von vorneherein gänzlich gleichgültig sein muss. Weil jeder Leser ja auf seine Art auch die zweite Spur ist, oder eine weitere Spur ist, die sich durch den Text zieht. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes, Wort für Wort und begegnet ihm in dem Moment, in dem er tatsächlich anfängt sich zu Ende zu schreiben.
Die Stelle, an der der Text sich an ein Außen wendet, an dem er ganz und gar ins Ungewisse entlassen wird, das bin ich. Der Moment des Veröffentlichens, des Ausstellens hat mit einem Moment des Aufgebens zu tun, in dem man ein Werk, eine Arbeit, einen Text ins Ungewisse entlässt. Darin setzt ihre untätige Tätigkeit ein.
So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen. Und ich mich frage, was es heißen könnte, als Lesende Wir zu sein.
So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen. Und ich mich frage, was es heißen könnte, als Lesende Wir zu sein.
sagen. Obwohl jeder Leser ja auf seine Art die zweite Spur ist, oder eine weitere Spur ist, die sich durch den Text zieht.
Und doch muss ich manchmal auch einen halben Schritt zurückspringen, wenn der Text mir zu sehr vorauseilt
Ein guter Text zeichnet sich für mich dadurch aus, dass er den richtigen Ton trifft. Dass er sich, wie das Aufblitzen einer Spur, in mir abzeichnet, wenn ich ihn lese.
Betonung
Wenn ich ihn (hingegen) ein anderes Mal lese, und andere Wörter betone, das scheint dem Text völlig gleichgültig zu sein. Wie er vielleicht seinem Leser gegenüber von vorneherein ganz gänzlich unbeteiligt sein muss. So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen.
Obwohl... mir trotzdem nur ganz unbedingt möglich, mich auf diese unbestimmte Wir, das dem Lesen innewohnt, ganz zu verlassen (zu berufen).




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Page last modified on December 06, 2011, at 10:22 PM
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