Olya

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December 06, 2011, at 10:22 PM by 130.242.60.29 -
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Ich lese sehr langsam. Ich lese unheimlich langsam, Wort für Wort, als würde ich einen ganz dünnen  Text über den Text legen. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes (ja) ganz so, als bräuchte es diesen Moment des Erscheinens, um den Text zu Ende zu bringen.
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Ich lese sehr langsam. Ich lese unheimlich langsam, Wort für Wort, als würde ich einen ganz dünnen  Text über den Text legen. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes (ja) ganz so, als bräuchte es bloß diesen Moment des Erscheinens, um den Text zu Ende zu bringen.
December 06, 2011, at 10:20 PM by 130.242.60.29 -
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Ich lese sehr langsam. Ich lese unheimlich langsam, Wort für Wort, als würde ich einen ganz dünnen  Text über den Text legen. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes (ja) ganz so, als bräuchte es diesen Moment des Erscheinens, um den Text zu Ende zu bringen.
Als wäre das buchstäbliche Einfinden meiner Stimme der Moment des Erscheinens, der den Text erst zu Ende bringt.


Mir kommt es vor, als wäre die Spur, die
ich im Lesen ziehe, schon vorher eingelassen in den
Text. und als bräuchte es nur noch mich, um ihn
zu Ende zu bringen.

Die Klangfarbe eines Textes, seine Stimme, die also im Schreiben schon als lesendes Schreiben eingelesen worden sein muss,


Die Stelle, an der der Text sich an
ein Außen wendet, an dem er ganz und gar ins Ungewisse
entlassen wird, das bin ich.

Mir kommt es vor, als wäre die Spur, die
ich im Lesen ziehe, schon vorher eingelassen in den
Text. Ich gehe nur den Rand entlang. Wie eine Naht. Ich füge
dem Gesagten nichts hinzu außer dem Sagen selbst.

Ein guter Text zeichnet sich für mich dadurch aus, dass
er den richtigen Ton trifft. Dass er sich, wie das
Aufblitzen einer Spur, in mir abzeichnet, wenn ich ihn
lese. Wenn ich ihn (hingegen) ein anderes Mal lese, und
andere Wörter betone, das scheint dem Text völlig
egal zu sein.
Wie er vielleicht seinem Leser gegenüber von vorneherein
gänzlich gleichgültig sein muss. Weil jeder Leser ja auf
seine  Art auch die zweite Spur ist, oder eine weitere Spur
ist, die sich durch den Text zieht. Im Lesen imaginiert man die Verwirklichung des Textes, Wort für Wort und begegnet ihm in dem Moment, in dem er tatsächlich anfängt sich zu Ende zu schreiben.

Die Stelle, an der der Text sich an
ein Außen wendet, an dem er ganz und gar ins Ungewisse
entlassen wird, das bin ich.
Der Moment des Veröffentlichens, des Ausstellens hat mit einem Moment des Aufgebens zu tun, in dem man ein Werk, eine Arbeit, einen Text ins Ungewisse entlässt. Darin setzt ihre untätige Tätigkeit ein.

So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich
auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen.
Und ich mich frage, was es heißen könnte, als Lesende
Wir zu sein.



So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich
auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen.
Und ich mich frage, was es heißen könnte, als Lesende
Wir zu sein.


sagen.
Obwohl
jeder Leser ja auf seine Art die zweite Spur ist, oder
eine weitere Spur ist, die sich durch den Text zieht.





Und doch muss ich manchmal auch einen halben Schritt
zurückspringen, wenn der Text mir zu sehr vorauseilt


Ein guter Text zeichnet sich für mich dadurch aus, dass
er den richtigen Ton trifft. Dass er sich, wie das
Aufblitzen einer Spur, in mir abzeichnet, wenn ich ihn
lese.

Betonung

Wenn ich ihn (hingegen) ein anderes Mal lese, und
andere Wörter betone, das scheint dem Text völlig
gleichgültig zu sein. Wie er vielleicht seinem Leser
gegenüber von vorneherein ganz gänzlich unbeteiligt
sein muss. So wie es mir vollkommen unmöglich ist, mich
auf ein Wir, das diesem Lesen innewohnt, zu berufen.

Obwohl... mir trotzdem nur ganz unbedingt möglich, mich auf diese unbestimmte Wir, das dem Lesen innewohnt, ganz zu verlassen (zu berufen). 

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