Schreiben in der Zeit


Geschichte/Wagnis
Veröffentlichung/Situiertheit/Einschreibung
Kollektivität/Anonym
Adressierung/Anworten/Rückerstatten von Zeit
Dichtung/Schreiben/Raum
das Schreiben nutzen als kollektive Praxis,
die Möglichkeit im Schreiben autonom (und doch angewiesen zu sein)
zu werden, um sich von einer Zeit zu lösen,
die keinen Platz (und keine Situationen) macht in ihrer zunehmenden Geschwindigkeit,
weil die Körper beginnen zu vibrieren

die Zeit, die es zum Schreiben braucht, über die wir aber nicht verfügen
das überrascht auch mich,
hier als bild meiner selbst zu erscheinen
beides gleichzeitig zu sein,
der Appell und zugleich dessen Zeuge.
ein Aufruf auf mich selbst hin,
ein an mich selbst schreiben,
aus der Zukunft heraus mich
herausfordern,
mir eine Stimme herzuschreiben.
Die sich dort in die Zeit fügt
wo scheinbar kaum Raum ist.
Sich rhythmisch aufs Neue einen spaltbreit einfügen in die herrschende Zeit,
sich hineinstampfen, pressen.
indem es sich mitteilt, indem es etwas artikuliert, indem es dieses doch wiederholt, um sich einer Bewegung anzuschliessen. Das ist das, was
eine Bewegung ist, etwas, was sich qualitativ Weiderholt und durch eine
gewisse Treue gehütet wird. Ohne dabei immer die Wiederholungen zu bewachen, zu kritisieren. Die Frage des Übersetztens ist also vielleicht auch die
Frage einer Wiederh
olung, nämlich etwas, das mit der Zeit zu tun hat, also Zzeitgenössisch ist
Oder anders gesagt, ich denke das Schreiben ist an eine Zeit gebunden,
und damit meine ich nicht nur die Dauer, die es braucht bis ein Text geschrieben ist, sondern an die Zeit, in welcher der Text erscheint.
Ein Text ist, wie ich meine, immer ein Teil einer Zeit und in dieser Teilhabe liegt die Möglichkeit des Politischen.
So geht es aus meiner Sicht nicht darum irgendwo Anschluss zu finden sondern etwas zu tun.
Und dieses wird, da es Teil seiner Zeit ist, die Möglichkeit des Politischen in sich tragen.
gerade in der Gebundenheit an die Geschichte liegt das politische Potential
Mit der Veröffentlichung tritt ein Text in seine Zeit ein (erschienen 1968, 1980, 2003 usw.).
ein Text tritt in seine Zeit ein
eine Stimme
die auftaucht mit der Frage
nach dem Ausdruck der Zeit
Zueinander gestellt
eine Versammlung
um sich diesem Zueinanderstehen zuzuwenden
Zeit, die wir unseren Situationen hinzufügen,
wo eigentlich kein Raum ist
in der herrschenden
das fällt nicht leicht auf.
Was sich da einfügt.
das vielleicht erst rückblickend Auskunft gibt
über sich
Aber Zeitschrift kann auch als ein Schreiben in der Zeit verstehen werden und dann öffnet sich die aktuelle Situation im Schreiben:
x
es geht um die eigene S I T U I E R T H E I T.
und zugleich
Ein sich richtendes schreiben,
eine fiction ins dahin zu dir euch uns,
in eine andere zeit.
Die wünsche richten und (ent)falten, vermischen

und wie sich das adressieren und signieren zueinander verhalten
das Anonym belässt im Kontakt, im Berühren im Fremden, entledigt sich der Spur des Eigentlichen als Autorität, als Signatur,
CARE C A R E
anoynm - namenlos werden... beim schreiben. Sich seinen eigenen Namen entledigen, das was einem eigentlich ist, dieses Ereignis
und was bedeutet diese Gegenwart ohne Spur des Namens
Schreiben als Einfügung von Zeit und Schreiben als Einsatz in der Zeit
Die Zeit gehört uns. Es ist unsere Zeit.
Veröffentlichung
Was einem zurück drängen lässt auf eine Auseinandersetzung
auf die Frage, was für ein Schreiben eigentlich notwendig wäre,
das diese unartikulierte (scheinbar undurchdringbare )
Hegemonie adressiert. Wir müssen uns auch unseren
Sprachpraxen zuwenden.
,um eine Sprache zum Kämpfen wieder aufzunehmen, neu erfinden, umdeuten, Kampf gegen die Angst.
Das Vibrieren und Bibbern, das es sich zeigen kann um aufzutauchen sich zu trauen, die Geräusche zu benutzen die keine Worte kennen und doch da zu sein, auch ohne Sprache sprechen können
Und dann gibt es eine gewisse
Abwesenheit von Situationen
als eine neue Hegemonie,
an die man sich adressiert

Es eine gewisse Abwesenheit von Situationen, dieses Entrücken und
Entziehen und Fliehen von Situation, als eine neue Hegemonie. Wir haben uns
mit diesen hegemonialen Sprachapparaten beschäftigt, wie da das Protokoll
oder die Referenz alle sprachliche Gesten mit einer Geste des Schreibens infiziert
und das Sprechen auf einen bestimmten Tonfall zurückdimmt. Weil es nur noch
darum geht, das Gesagte einzutragen in diesen grossen Apparat der Schrift und
der Äußerung, damit es Schriftakt wird auf den man sich bezieht und gültig wird.
Der technokratische Apparat der Wissenschaft hat eben solch eine
Beweisführungspflicht produziert. Dann ist es da, in dieser Gültigkeit, wenn sie
in diesem Raum geäussert und eingetragen werden. Das ist auch der Endpunkt
ihres Sprechaktes.
Das fällt nicht leicht auf.
Was sich da einfügt.
Und warum interessiert mich
überhaupt dieses Ding, das nicht auffällt?
Eigentlich geht es darum die
situationale Zusammensetzung des
Kollektives zu finden und
Bedingungen zum Denken zu schaffen.
Die kollektiven Situationen, von denen du sprichst, du sagst, die sagen, die Differenz von widerständigem Wissen zu hegemonialem Wissen
entsteht durch die Zeit, die wir unseren Situationen hinzufügen, die Zeit, die im Widerspruch zur herrschenden Zeit ist, da, wo eigentlich kein Platz ist. Das Fragmentarische hat für mich auch
damit zu tun, wie sich eine Gemeinschaft beschreibt und findet. Also, dass sich eine Gruppe von innen beginnt zu erklären und ein Selbstverständnis beginnt zu erarbeiten. Dieses von
innen heraus zu beginnen, zu sagen: Wir forschen ohne Objekt.
Es geht also um die Frage einer Versammlung in ihrer Zeit. Von Fragmenten, zueinander gestellten, die sich ihrem Zueinanderstehen zuwenden können.
Die von dort heraus beginnen zu sprechen, wie in unserem Treffen auch.
Die Fragen nicht von aussen an ein Projekt stellen,
sondern die Frage aus der Selbstreflexion der kollektiven
Zusammensetzung heraus und das wären die Fragen,
die das kollektive überhaupt interessieren...
Das überrascht auch mich selbst, hier als Bild, als Magazin,
als Text zu erscheinen. Dieses überraschende gleichzeitig sein, zunächst als
Appell und dann zugleich, um ihn zu bezeugen.
Dass die Zeitschrift sich zu ihrer Zeit verhält, dass sie versammelt,
zueinanderstellt um sich dem, was zusammensteht, zuwenden zu
können, das ist schon eine besondere Situation. Das Politische darin
ist nicht etwa äusserl
ich, es ist ihr implizit. Das ist wie eine Gruppe, die
sich von innen heraus beginnt zu erklären. Wie eine Stimme, die in
ihrem Auftauchen die Frage nach sich selbst stellt, danach, nach
welchem Ausdruck diese gegenwärtige Zeit verlangt. Wie eine Übersetzung einer
Bewegung oder eines politischen Moments zu sich selbst hin. Sich erklären,
auch wenn sich vielleicht erst rückblickend eine Lesbarkeit einstellt
, die im
Moment der Beschreibung noch unsichtbar war.
Ein an sich selbst schreiben, ein sich richtendes schreiben, eine
fiction in eine andere Zeit, aus der Zukunft heraus eine Zukunft. Eine
Erschöpfung. Eine Entschreibung. Mich von mir weg zu mir schreiben. Mich
dazu aufrufen, mir zu schreiben, mir zurückzuschreiben. Mir eine
Stimme zu geben, die aufrufen kann, die mich und euch aufrufen kann,
sich zu d
ieser Zeit zu verhalten. Sie lesbar zu machen im Aufruf.
[Hier passiert ein Ort mit eigenen Zeit: im Papier den Raum * aufmachen. Auf Zeit zurückzuschmeissen in der Zeit des Lesens. An D ich ]
geräusche verwenden, um zu öffenen,
die töne, riiii zsi fiepp ohhh knarzen
in den stimmbändern

die Zeitschrift als etwas, das periodisch ist,
eine Frequenz des Wiederkehrens
ein Moment des Rhythmus, der Ereignishaftigkeit darin
und doch eine Zeitschrift, die sich von der Ereignisgeschichte
abwendet und einem anderen Schreiben (Entschreiben) zugewandt ist;
wie diese Treffen singuläres Moment,
das der Verbindlichkeit der Redaktion sich entzieht,
dem Redaktionellen, das auf die Festschreibung des ZUSTANDS drängt
Die Zeitschrift, die zugleich einen Rhythmus hat,
einen Pegel, ein Stampfen. Sie operiert in einer Frequenz der Wiederkehr. Es ist nicht
der Moment eines Beschlusses, sie ist das sich wieder und wieder einfügen, an einen Platz,
der eigentlich nicht besteht. Aufs Neue einen spaltbreit Zeit einfügen in die herrschende Zeit,
sie hineinstampfen, zwängen, pressen.
die Frage nach Tonalität und Ausdruck
eintragen in den Apparat der Schrift
damit es gilt
das ist auch der Endpunkt dieses Sprechakts
ein künstlerisches Sprechen, das theoretisch immer schon angewählt ist.
eine übersteigerte Anwesenheit, seht her
die sich hochschraubt, überschlägt
ich spreche für
wie gesprochen wird ganz klar in der Schule, in der Wissenschaft, in der Talk Show,
einprägen, wissen, welche Wörter verwendet werden
sein Sprachapparat, ins Protokoll zitieren,
alle Gesten mit Schreiben infizieren
last try ------->rückerstatten von zeit
Schreiben als Einfügung von Zeit und Schreiben als Einsatz in der Zeit
Bs Restitutio in integrum, Rhythmus des ewig vergehenden Weltlichen, Rhythmus der messianischen Natur ist Glück
die Zeit, die es zum Schreiben braucht, über die wir aber nicht verfügen
Gibt es eine Art Übersetzung einer Bewegung oder eines politischen Moment in ein sprachliches Format,
was sich selber nochmals mitteilt, anders als über das Ich.
Ein sich richtendes schreiben, eine fiction ins dahin zu dir euch uns, in eine andere zeit ist
Das wünschen richtet und (ent )faltet, vermischt
Gibt es eine Art Übersetzung einer Bewegung oder eines politischen Moment wo
sich etwas mitteilt? Dabei ist die Frage, was sich zeigt, welches politisches Moment
zeigt sich, wenn eine Bewegung übersetzt wird, von dort nach da, von
euch zu uns und umgekehrt? Vielleicht muss man im Sinn einer Politik des
Schreibens gerade umgekehrt fragen, inwiefern ist Schreiben politisch?
A N O N Y M vs. K O L L E K T I V
Vielleicht muss es so denken, dass ein gewisser Einsatz von Anonymität erst das
Kollektive herstellt. also eine Vorstellung eines gemeinsamen Schreibens, das in
gewisser Weise untrennbar wäre von der Intervention ins Öffentliche (die Forderung
nach einem anonymen Schreiben läuft bei Blanchot parallel mit dem
politischen Engagement im Öffentlichen, weil zugleich so etwas wie ein Anonym der
Schreibenden Einsatz findet, und eine Signatur, allerdings als Unterzeichnende, die eher so etwas wie Bekräftigung des Geschriebenen ist, ohne
den Ort der Autorschaft einzunehmen, sie fügen sich eher dem Gesagten hinzu wie
dessen erste Leser das Unterzeichnen, das in die Spur des Lesens versetzt...)
Fragen des Veröffentlichens und Adressierens
Geschichte/Wagnis
Veröffentlichung/Situiertheit
Kollektivität/Anonym
Adressierung, Anworten, Rückerstatten von Zeit
Es gibt die Frage der Adressierung, also inwiefern ein Schreiben eine Öffentlichkeit
anspricht. Das sind die Fragen einer Zeitschrift. Aber auch, wie sich
ein Schreiben an die Zeitschrift adressieren kann. Das sind die Bewegungen eines Schreibens, das eine Zeitschrift formen. Vielleicht müsste auch von
Zürückschreiben sprechen, also von einem Antworten, das aus einer Veranwortung
herkommt, aber auch an den ersten Leser, nämlich den Schreiber
selbst.
s sind die Fragen einer Zeitschrift. Aber auch, wie sich
ein Schreiben an die Zeitschrift adressieren kann. Das sind die Bewegungen eines Schreibens, das eine Zeitschrift formen. Vielleicht müsste auch von
Zürückschreiben sprechen, also von einem Antworten, das aus einer Veranwortung
herkommt, aber auch an den ersten Leser, nämlich den Schreiber
selbst.
Eine Abwesenheit,
dieses Entrücken und Entziehen, das Fliehen von Situationen als Hegemonie