Masse, Bewegung, Bild



Die Faculty of Invisibility widmet sich in ihrem Gastprojekt an der Shedhalle Zürich dem politischen Ort der Versammlung. Entlang Momenten von Institutionalisierung geht sie der Frage nach, welche Möglichkeiten der Versammlung die zeitgenössische Kunstinstitution selbst vorschlägt und zulässt. Dabei folgt die Faculty of Invisibility Formen der politischen Rede, Verfahren institutioneller Einschreibung und Akten des Inkraftsetzens, mit denen gemeinschaftliche Artikulationen bindend und übertragbar werden. Die Institution markiert die Schwelle, an der sich jene Artikulationen in die Ordnung des Sag- und Sichtbaren einfügen. Es gilt somit, die Institution in ihren eigenen sprachlichen Möglichkeiten, in ihrer Fähigkeit des Zeigens und Ausstellens, aufzurufen, um sich am Ort ihres politischen Vermögens aufzuhalten: Was heißt es, sich in den sprachlichen Vorrichtungen der Institution einzufinden, jenen Orten, die sie bereitstellt und die umgekehrt sie stets aufs Neue hervorbringen? Was kann es heißen, in ihnen zu Wort zu kommen? Wie lässt sich in der Institution selbst ein Raum eröffnen, in dem die Erfahrung des In-der-Sprache-Seins verfügbar wird?




Shedhalle als Archiv


Kommentar
Tableau
Bewegung und Masse




In den Tableaus des Department of Readings schlägt sich jedes Bild als Einzelbild einer Serie vor, zu der es gehört, ohne notwendig in einer lesbaren Chronologie eingeordnet zu sein. Es ist singulär und immer schon einer Reihe ihm ähnlicher Bilder zugewandt. Auch die Arbeit der Faculty of Invisibility betrifft die Herstellung von Bildern, die das Geschehene vermitteln und eintragbar machen. Auch sie ist in die Produktion jener Bilder institutionalisierter Praktiken des Diskursiven eingebunden, die sie durchläuft. Während der Dauer des Gastprojektes der Faculty of Invisiblity in der Shedhalle übernimmt das Department of Reading die leise, fast unsichtbare, jedoch ununterbrochene Stelle des Protokolls, das Schriftspuren aufnimmt, und des Tableaus, das die eigene Inszenierung registriert und ausstellt.

Das Department of Reading lädt seine Leser ein, bestehende Essays zu kommentieren, zu bearbeiten, umzuschreiben und zu diskutieren. Die zwischen dem 30. Juli und 1. August täglich stattfindenden öffentlichen Veranstaltungen des Department of Readings, mit Lucie Kolb, Achim Lengerer, p-r-o-x-y, Jan Rolletschek, Romy Rüegger, Johan Siebers und Tanja Widmann widmen sich unter anderem den beiden Begriffen Bewegung und Masse, den Bezügen zwischen Paradigma und Beispiel, Bild und Stimme, zwischen Probe, Übung und Aufführung.