Bewegung und Masse




Ich glaube, diese Schlaflosigkeit kommt nur daher, daß ich schreibe. Denn so wenig und so schlecht ich schreibe, ich werde doch durch diese kleinen Erschütterungen empfindlich, spüre besonders gegen Abend und noch mehr am Morgen, das Wehen, die nahe Möglichkeit großer mich aufreißender Zustände, die mich zu allem fähig machen könnten und bekomme dann in dem allgemeinen Lärm der in mir ist und dem zu befehlen ich nicht Zeit habe, keine Ruhe
My reflections come from a malaise and follow a series of questions that I asked myself whilst at a meeting in Venice some time ago with Toni, Casarini etc. A word kept coming up in this meeting: movement. This is a word with a long history in our tradition, and it seems the most recurrent one in Toni's interventions. In his book too this word strategically crops up everytime the multitude needs a definition, for instance when the concept of multitude needs to be detached from the false alternative between sovereignty and anarchy. My malaise came from the fact that for the first time I realised that this word was never defined by those who used it. I could have not defined it myself. In the past I used as an implicit rule of my thinking practice: the formula 'when the movement is there pretend it is not there and when it's not there pretend it is'. But I didn't know what this word meant



Aber ich habe die Augen offen gehabt und gesehen, dass eine neue Zeit anfängt und mit dem Volk etwas und was noch nie war und man sieht Leute herumgehen, die man sonst nie gesehen hat, das kommt weil alles, was unten ist heraufkommt wo früher ein Mensch war und ein anderer da ist jetzt die Masse, ein Massenmensch und alles bleibt zusammen
Es ist eine ganz große Menschenmasse mit Trommeln, Pfeifen und Geschrei vor der Tür. Ich wollte ihnen das nur sagen. Es ist eine ziemlich große Menschenmenge. Ich hoffe, dass sie nicht hereinkommt. Noch stehen sie vor der Tür. Aber sie stehen unter einem hohen Erwartungsdruck, will ich nur sagen The need to assemble is as constant among humans as the necessity of making decisions is rare. Assembling corresponds to the joy of feeling a common power. Decisions are vital only in emergency situations, where the exercise of democracy is already compromised












Das Politische ist immer nur die Fiktion gewesen, in welche die Politik das Loch des Ereignisses schlägt. Eine (von Rousseau bis zu Mao) kanonische Aussage: Dass die Massen die Geschichte machen, bezeichnet genau in den Massen diesen verschwindenden Einbruch, dessen immer nur verspätete und zerrissene Erzählung die politische Philosophie ist.




Eine ebenso rätselhafte wie universale Erscheinung ist die Masse, die plötzlich da ist, wo vorher nichts war. Einige wenige Leute mögen beisammen gestanden haben, fünf oder zehn oder zwölf, nicht mehr. Nichts ist angekündigt, nichts erwartet worden. Plötzlich ist alles schwarz von Menschen. Von allen Seiten strömen andere zu, es ist, als hätten Straßen nur eine Richtung
Totalitarian movements are possible wherever there are masses who for one reason or another have acquired the appetite for political organization. Masses are not held together by a consciousness of common interest and they lack that specific class articulateness which is expressed in determined, limited, and obtainable goals. The term masses applies only where we deal with people who either because of sheer numbers, or indifference, or a combination of both, cannot be integrated into any organization based on common interest, into political parties or municipal governments or professional organizations or trade unions. Potentially, they exist in every country and form the majority of those large numbers of neutral, politically indifferent people who never join a party and hardly ever go to the polls