Protokoll


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Plötzlich ist alles schwarz. Dort wo die meisten sind. Die Bewegung der einen. Das Ziel ist der schwärzeste Ort - der Zerfall der Rede setzt ein, sobald sie zu wachsen aufhört.
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Die Bewegung der einen, meint man, teilt sich den anderen mit, aber das allein ist es nicht: sie haben ein Ziel. Es ist da, bevor sie Worte dafür gefunden haben: das Ziel ist das schwärzeste, der Ort, wo die meisten Menschen beisammen sind.

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Die Masse, die sich versammelt, wartet nicht. Sie ist in Bewegung. Sie hat keine Zeit, weil sie ein Geschehen ist. Eine Dichte ohne Zeit, eine Verdichtung, bis alles schwarz ist. Also auch die Schrift verschwindet. Reine Schwärze. Das ist das Wesen der Masse.




Das Geschriebene wird von der Masse des Geschriebenen absorbiert. Es gibt also eine Gemeinschaft der Texte. Und die Texte warten auf ihre Vollzähligkeit. Auf den Moment, wo alles geschrieben worden ist.




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Die Versammlung ist aber nicht nur einfach ein Ort, der Repräsentation derer, die keine Stimme haben, sondern es gibt kein Zur-Sprache-Kommen jenseits der Repräsentation. Jedes Sprechen ist immer schon Teil von ihr. Das würde auch heißen, dass die "unwissende" Masse, kein Subjekt hat, bzw. keine Sprache hat. Sie ist reine Bewegung, reine Masse. Und hat in diesem Sinn keine politische Teilhabe (…) In gewisser Weise wäre also das Bild der Bewegung buchstäblich ihre Stillstellung. in ihrer Darstellung kommt sie zu ihrem Ende.
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a mass psychosis can still achieve creative change under the inertia of it's unthought drives
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XXXXXXX
XXXX
XXXXXXXXX
XXXXXXXX
XXXXXX
XXXXXXX
XXXXXX
X
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in a squat
[10-08-01 3:02:16 PM] tanja widmann: in an orgy
[10-08-01 3:02:21 PM] tanja widmann: in a riot
[10-08-01 3:02:30 PM] tanja widmann: we get together again
[10-08-01 3:02:48 PM] tanja widmann: not on the basis of common affiliation
[10-08-01 3:02:55 PM] tanja widmann: but of a common presence
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Movement as Mass with strong connectedness and seperateness experienced without political representative and unspeakable as a political movement might be compared with a dance. I suppose that is why sitting still all together as a movement of protest could be so powerfull.
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Plötzlich ist alles schwarz. Dort wo die meisten sind. Die Bewegung der einen. Das Ziel ist der schwärzeste Ort - der Zerfall der Rede setzt ein, sobald sie zu wachsen aufhört.
Plötzlich ist alles schwarz. Dort wo die meisten sind. Die Bewegung der einen. Das Ziel ist der schwärzeste Ort - der Zerfall der Rede setzt ein, sobald sie zu wachsen aufhört.
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Du hast vorhin gesagt, die Bewegung hatte keinerlei repräsentativen politischen Ausdruck. Und die Jugendlichen wollten ihn auch gar nicht haben. - Ja, das ist ein typisches Merkmal der Bewegung. Es gab keine politischen Repräsentanten. Jeder, der von sich behauptet hätte, einer zu sein, hätte sich dadurch selbst disqualifiziert, denn genau die Sprachlosigkeit der Bewegung, die "pure Revolte" jenseits des politischen Systems war der eigentliche Ausdruck der Bewegung.
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This expresses the impossibility of a telos and ergon for politics. Movement is the indefiniteness and imperfection of every politics. It always leaves a residue. It always leaves a residue. Hinterlässt immer einen Rückstand. Eine Lücke... ein Glück. Da wie gesagt, zwischen Glück und Lücke eine etymologische Verwandtschaft besteht.
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[10-08-01 3:07:29 PM] Johan Siebers: Frage und Text: the text is haunted by an inconstructible question; the reader is the question, the text the answer, the reader is the answer, the text the question. A movement, praxis. The reader is an activist.
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This expresses the impossibility of a telos and ergon for politics. Movement is the indefiniteness and imperfection of every politics. It always leaves a residue.

It always leaves a residue. Hinterlässt immer einen Rückstand. Eine Lücke (…) ein Glück. Da wie gesagt, zwischen Glück und Lücke eine etymologische Verwandtschaft besteht.

Das Glücken, zum Beispiel das eines Textes der als Text über die Bewegung immer schon ein Text über den Gebrauch der Worte ist, wie sollte es in einem Denken der Strategie verhandelt werden. Einer Strategie, die sich "ateles" schließlich gibt?

Der Gebrauch der Worte hat Anteil am Glück. Die Ethik, die gegen die Politik ausgespielt wird, richtet sich an der Frage des Glücks aus. Und diese Ausrichtung ist in Begriffen von Ziellosigkeit und Werklosigkeit zu denken.

Das Ziellose der Strategie. Sofern sie als solche bezeichnet werden mag, denn ist es nicht vielmehr ein Sich-Aufhalten, das im Text eine leere Stelle des Ungedachten schafft und auf die sie, die ziellose Strategie, verweist?
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Jemand tritt vor und liest die Forderungen und vielleicht auch die Fragen, die sich notwendigerweise wiederholen:
maybe we suggest this relation because it means that the desire for the political movement coincides with the desire to revolt in the place of the constitutive gap of politics. one would thus suggest to operate at the constitutive of politics and to keep it open as something that is present only as a too much or too little that escapes its inscription.
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Wenn dieses Moment der (Be-)Gründung des Gebrauchs eines Wortes entrückt ist, schlägt das nicht eine Arbeit vor, diesen Raum der Gründung durch Sprache erneut zu öffnen? Und wie wäre dann ein Akt des Gründens zu denken, der sich nicht sofort entzieht, sondern, vielleicht im Sinne einer konstanten Revolte in der Sprache selbst zum Handlungsraum wird, der unbeschrieben, der unbesetzt bleibt?
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to be without political representative, to be unspeakable as a political motion, yes, i think that would be the desired work of the movement.
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there are definitely several axis of movement in this discussion
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maybe using the grid would help by allowing and additional axis of expression. to open neighbourhoods/microterritories of discussion





the grid space must be small enough so that adequate density is acheived to prevent a zerfall, but large enough to allow for sufficient expansion to perpetuate an entladung