Protokoll


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Der Text zitiert eine Ahnung vom Zerfall, der ihm droht und immer in ihm lebendig ist. Durch rapide Zunahme sucht er ihm zu entgehen. Solange er kann, nimmt er alles auf; aber da er alles aufnimmt, muss er zerfallen.
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erwartet ihre eigene Stillstellung im Lärm der Masse in der das eigene in der Sprache still werden ensteht. noch spricht keiner im raum.
wie sieht man aus wenn man schweigt?
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am boden: wie ordnet sich das bild an?
zuerst, fällt eines zufällig-
so!
die bilder liegen da, nun
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particularly it awaits its repition, it calls for a rhythm in which it can constitute itself again and again only to disperse
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Wenn die Masse, der Lärm, das ohne Sprache verkörpert, dann gilt umgekehrt für die Versammlung auch eine Zone der Ruhe, die Vorausetzung für ein Zur-Sprache-kommen ist.
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er denkt der andere wird wohl fragen stellen. an welcher stelle im raum, im text. aus welcher position heraus: einer dirigierenden, einer leicht, locker aber doch anleitenden. mit einer der arbeitsstruktur äußeren oder inneren fragestellung?
nun, die frage lässt auf sich warten, das fragen.
noch spricht keiner im raum.
fragen erwarten, denkt er sich.
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Die Versammlung ist aber nicht nur einfach ein Ort, der Repräsentation derer, die keine Stimme haben, sondern es gibt kein zur Sprache kommen jenseits der Repräsentation. Jedes Sprechen ist immer schon Teil von ihr.
Das würde auch heissen dass die "unwissende" Masse, wie Rancière sagen würde, kein Subjekt hat, bzw. keine Sprache hat. Sie ist reine Bewegung, reine Masse. Und hat in diesem Sinn keine politische Teilhabe...
In gewisser Weise wäre also das Bild der Bewegung buchstäblich ihrer Stillstellung. in ihrer Darstellung - also Repräsentation - kommt sie zu ihrem Ende
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Ich glaube, diese Schlaflosigkeit kommt nur daher, daß ich schreibe. Welche Unterbrechung ist das Schreiben? Was unterbricht es? Ist im Schreiben eine Unterbrechung? Wenn das Schreiben einsetzt, stellt es etwas, einen Lärm, still? Aber die Zäsur wäre dabei ja Teil des Lebens und so ist es vermutlich das Schreiben auch? Denn so wenig und so schlecht ich schreibe, ich werde doch durch diese kleinen Erschütterungen empfindlich, spüre besonders gegen Abend und noch mehr am Morgen, das Wehen, die nahe Möglichkeit großer mich aufreißender Zustände, die mich zu allem fähig machen könnten und bekomme dann in dem allgemeinen Lärm der in mir ist und dem zu befehlen ich nicht Zeit habe, keine Ruhe.
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Sich anzuschliessen (an eine Maschine, einer Bewegung oder einer Masse) ist das vielleicht das gegenteil von Schreiben. Schreiben muss sich irgendwie ausschliessen vom Leben. Es setzt eine Stille voraus. Wenn die Masse, der Lärm, das ohne Sprache verkörpert, dann gilt umgekehrt für die Versammlung auch eine Zone der Ruhe, die Vorausetzung für ein Zur-Sprache-kommen ist.
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Nichts ist angekündigt, nichts erwartet worden. Einige wenige Leute mögen beisammen gestanden haben, fünf oder zehn oder zwölf, nicht mehr. Die Mehrheit ihrer Mitglieder bestand aus Leuten die nie zuvor die politische Bühne betreten hatten. Man sieht Leute herumgehen, die man sonst nie gesehen hat. In dieser Dichte, da kaum Platz zwischen ihnen ist, da Körper sich an Körper preßt, eine bedrückte, zurückgehaltene Harmonie.
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Bei der Versammlung handelt es sich nicht einfach um eine weitere Differenz, sondern um einen "Ausschluss"
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for instance when the concept of multitude needs to be detached from the false alternative between sovereignty and anarchy.
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Wenn das Schreiben einsetzt, stellt es etwas, einen Lärm, still?
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like the proletariat?
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zwei lösen sich aus dem gespräch (der erste allerdings schwieg zuvor) und treten zur seite in den raum
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Einige wenige Leute mögen beisammen gestanden haben, fünf oder zehn oder zwölf, nicht mehr. man sieht leute herumgehen, in dieser dichte, die kaum platz zwischen ihnen lässt. Plötzlich ist alles schwarz. movement as monument. Wer fühlt schon, dass er zerfallen wird? das kommt weil alles, was unten ist heraufkommt. Es fürchtet den Zerfall und kann nur bestehen bleiben, wenn der Prozess der Entladung fortgesetzt wird, an neuen Menschen, die zu ihr stossen. Da ist jetzt die Masse, ein Massenmensch und es bleibt alles Zusammen
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Es ist eine ganz große Menschenmasse mit Trommeln, Pfeifen und Geschrei vor der Tür. Ich wollte ihnen das nur sagen. Es ist eine ziemlich große Menschenmenge. Ich hoffe, dass sie nicht hereinkommt. Noch stehen sie vor der Tür. Aber sie stehen unter einem hohen Erwartungsdruck, will ich nur sagen
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Der menschliche Körper ist keine gute Ausrüstung, man träumt von seinem Verschwinden
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Plötzlich ist alles schwarz
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It is the crossroads where all the petty bourgeois come together, in the middle of this middle class that stretches out indefinitely, as much a result of rural flight as of urban sprawl.
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Was die Krise des Politischen enthüllt, ist, dass alle Mengen inkonsistent sind, dass es weder Franzosen (/) noch Proletariat gibt und dass aufgrund dieser Tatsache auch die Figur der Repräsentation genau wie ihr Gegenteil, die Figur der Spontaneität, selbst inkonsistent sind. Die einfache Zeit der Präsentation fehlt.
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writing means an interruption
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Das Geschriebene selber aber zerfällt. Es fühlt, dass es zerfallen wird. Es fürchtet den Zerfall und kann nur bestehen bleiben, wenn der Prozess der Entladung fortgesetzt wird, an neuen Menschen, die zu ihr stossen.
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Einige wenige Leute mögen beisammen gestanden haben, fünf oder zehn oder zwölf, nicht mehr.
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Wenn das Geschriebene einmal überfliesst, bleibt immer noch als Hauptsache das Geschriebene im geschlossenen Raum, zu der die Aussenstehenden nicht ernsthaft gehören.
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Sie schafft sich ihren Ort, indem sie sich begrenzt; der Raum, den sie erfüllen wird, ist ihr zugewiesen.
Das Gebäude wartet auf sie, um ihretwillen ist es da, und solange es da ist, werden sie sich auf dieselbe Weise zusammenfinden. Der Raum gehört ihnen, auch wenn er Ebbe hat, und in seiner Leere gemahnt er an die Zeit der Flut. They are all variations on the same theme: transparency, neutrality, uniformity. These massive, fluid buildings are conceived without any need to know what they will house. They could be here as much as anywhere else.
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movement as monument
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Wer fühlt schon, dass er zerfallen wird?
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In der Masse wird die Erfahrung des Zugleichs ihrer Einheit in ihrer Verschiedenheit vorausgesetzt - diese Erfahrung läuft jeder Konzeption von Erkenntnis entgegen, die als Resultat einer Entwicklung in der Zeit definiert ist.
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Massenkristalle
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in dem allgemeinen Lärm der in mir ist und dem zu befehlen ich nicht Zeit habe
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Masses are not held together by a consciousness of common interest and they lack that specific class articulateness which is expressed in determined, limited, and obtainable goals.
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The pioneers of the workers movement were able to find each other in the workshop, then in the factory. They had the strike to show their numbers and unmask the scabs. They had the wage relation, pitting the party of capital against the party of labor, on which they could draw the lines of solidarity and of battle on a global scale.
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Where there is movement there is always a caesura that cuts through and divides the people, in this case, identifying an enemy.
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for the first time I realised that this word was never defined by those who used it.


an implicit rule of my thinking practice


when the movement is there pretend it is not there and when it's not there pretend it is\\ movement is an unfinished act, without telos
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If we accept this definition: "Movement is the indefiniteness and imperfection of every politics. It always leaves a residue.
(...) It is the threshold of indeterminacy between an excess and a deficiency which marks the limit of every politics in its constitutive imperfection." Then "movement" ist NOT political but rather, in a way, ethical.
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Worte, die einst unsere waren, wurden deformiert, bis hin zur Unkenntlichkeit verändert
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The movement is that which
if
it
is,
is
as
if
it
wasn't,
and if it isn't,
is
as
if
it
was.
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Der Zerfall der Rede setzt ein, sobald sie zu wachsen aufhört.
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Das Geschriebene wird von der Masse des Geschriebenen absorbiert. Es gibt also eine Gemeinschaft der Texte. Ein Art Reich der Toten. Der Text ist ja immer tot. Und die Texte warten auf ihre Vollzähligkeit. Auf den Moment, wo alles geschrieben worden ist. Dieses Projekt kann mal als Zeitlos bezeichnen. Die Masse, die sich aber vor der Fabrik, der Regierung oder sonst wo versammelt, wartet nicht. Sie ist in Bewegung. Sie hat keine Zeit, weil sie ein Geschehen ist. Eine Dichte ohne Zeit, eine Verdichtung, bis alles Schwarz ist. Also auch die Schrift verschwindet. Reine Schwärze. Das ist das Wesen der Masse, wie Canetti sagt. Aber so artikuliert sich die Masse noch nicht. D.h. die Masse ist noch nicht in eine Versammlung übergegangen, d.h. in ein Sammlen. In ein sich sammlen. In ein Sammlen der Argumente usw. Für das muss sie innehalten. Die Masse löst sich im besten Fall in Versammlung auf. Das ist der kritische Moment, den man als einen politischen Moment bezeichnen könnte. Gelingt der Sprung von der Masse zur Versammlung?
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jemand tritt vor und liest die Forderungen und vielleicht auch die Fragen, die sich notwendigerweise wiederholen: Wir sind ein bisschen in einer komplexen Situation. Wir hatten gerade eine Intervention auf sehr Grundsätzliches hin und stehen nun plötzlich vor der Notwendigkeit zu handeln, wenn ich das richtig sehe.
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spüre besonders gegen Abend und noch mehr am Morgen
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Ich möchte mich draußen stellen, ehe es sich zuspitzt, ohne eine Erklärung autorisiert abzugeben. Ich würde bitten, wenn sich vielleicht zwei, drei finden, wenn das so angenommen wird, so sich mitzustellen, um Konfrontationen zu vermeiden. Wir diskutieren: Sollen wir eine Delegation hinausschicken?
Wir wissen, das es zu früh ist, und auch, dass es zu spät ist, deshalb haben wir Zeit. Wir haben aufgehört zu warten.
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Die Masse ist ein Objekt, dass sich durch die Unmöglichkeit seiner adäquaten Repräsentation darstellt, in ihr existiert alles nur in seiner kontinuierlichen Veränderung und ist darum nicht mit sich selber identisch.
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Im Gegensatz zur Rede, die ins Unendliche wachsen kann, die überall ist und eben darum ein universelles Interesse beansprucht, steht das Schreiben.
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And lastly, from the moment that
men work for one another
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Aufteilung des Raums durch Gesten des Innehaltens und der Aufmerksamkeit
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their labour assumes a social form
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une form de vie
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Movement is the precondition of the indefiniteness in noise
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movement, as kinesis, in the relation between potenza and act
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The concept of movement presupposes the eclipse of the notion of people as constitutive political body
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Das Konzept der Masse schlägt eine Verteilung im Raum vor, die den Raum nicht beherrscht, sondern sich auf Wegen der Annäherung an ihn befindet.
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To assemble preempts decisions.
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Da ist jetzt die Masse, ein Massenmensch und es bleibt alles Zusammen
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We must occupy ourselves only with those objects that our intellectual powers appear competent to know certainly and indubitably
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or certainly and indubitably appear incontinent
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das kommt weil alles, was unten ist heraufkommt
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They have always pretended to believe that the economy is a reality-because their neutrality is safe there
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the need to assemble is as constant among humans as the necessity of making decisions is rare
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We just have to see that each person comes to an assembly not only with a point of view or a motion, but with desires, attachments, capacities, forces, sadnesses and a certain disposition toward others, an openness.
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We just have to
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...
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...
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put 101
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If we manage
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i love this
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i hate expression
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-
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die masse hassen ist ein weg zu sich
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-
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ich werde doch durch diese kleinen Erschütterungen empfindlich
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ich habe die Augen offen gehabt und gesehen, daß Eine neue Zeit anfängt und Mit dem Volk Etwas und was noch nie war Und man sieht Leute herumgehen, die Man sonst nie gesehen hat
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""wie sieht rede überhaut aus, fragt er?
zustände von aufmerksamkeit
abfallen. hinabsinken.

wie sieht man aus wenn man schweigt?''
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er denkt der andere wird wohl fragen stellen. an welcher stelle im raum, im text. aus welcher position heraus: einer dirigierenden, einer leicht, locker aber doch anleitenden. mit einer der arbeitsstruktur äußeren oder inneren fragestellung?
nun, die frage lässt auf sich warten, das fragen.
noch spricht keiner im raum.
fragen erwarten, denkt er sich.
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und
der andere legt bilder aus. gekrümter rücken.
am boden: wie ordnet sich das bild an?

zuerst, fällt eines zufällig-
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die bilder liegen da, nun
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Der Text zitiert eine Ahnung vom Zerfall, der ihm droht und immer in ihm lebendig ist. Durch rapide Zunahme sucht er ihm zu entgehen. Solange er kann, nimmt er alles auf; aber da er alles aufnimmt, muss er zerfallen.
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For generations we were disciplined, pacified and made into subjects, productive by nature and content to consume. And suddenly everything that we were compelled to forget is revealed: that the economy is political. And that this politics is, today, a politics of discrimination within a humanity that has, as a whole, become superfluous.
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They have a history, a head office, a name, resources, a leader, a strategy and a discourse.
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