Protokoll


Welche Unterbrechung ist das Schreiben? Was unterbricht es? Wenn das Schreiben einsetzt, stellt es etwas, einen Lärm, still. Aber auch diese Zäsur wäre dabei Teil des Lebens und so ist es vermutlich das Schreiben auch. Sich anzuschließen (an eine Maschine, einer Bewegung oder einer Masse), ist das vielleicht das Gegenteil von Schreiben. Schreiben muss sich irgendwie ausschließen, auch vom Leben. Es setzt eine Stille voraus. Wenn die Masse, der Lärm, das ohne Sprache verkörpert, dann gilt umgekehrt für die Versammlung auch eine Zone der Ruhe, die Vorausetzung für ein Zur-Sprache-Kommen ist. Der Vorteil der Philosophie könnte es sein, gerade so abstrakt zu sein, dass sie in jeder Situation zutrifft, in sie einwandern und ihre Konsequenzen zeitigen kann. Wie aber tut sie das? Diese Verbindung könnte ohne Begriffe sein, wie die Urteilskraft selbst ohne Begriffe ist. Der Übergang von der Philosophie zur Praxis hätte den Charakter eines Sprunges. Aber als Mittler tritt zugleich die Theorie auf.
Die Bewegung der einen, meint man, teilt sich den anderen mit, aber das allein ist es nicht: sie haben ein Ziel. Es ist da, bevor sie Worte dafür gefunden haben: das Ziel ist das schwärzeste, der Ort, wo die meisten Menschen beisammen sind. So what I am thinking is that in a way was that Agamben in taking up the term 'Bewegegung' he slows it down, voids it of a telos, puts it at rest and starts to assemble meaning. But with this he does not go towards an end, he rather makes an empty space were the unthought is invited in.
Die Masse, die sich versammelt, wartet nicht. Sie ist in Bewegung. Sie hat keine Zeit, weil sie ein Geschehen ist. Eine Dichte ohne Zeit, eine Verdichtung, bis alles schwarz ist. Also auch die Schrift verschwindet. Reine Schwärze. Das ist das Wesen der Masse.

Das Geschriebene wird von der Masse des Geschriebenen absorbiert. Es gibt also eine Gemeinschaft der Texte. Und die Texte warten auf ihre Vollzähligkeit. Auf den Moment, wo alles geschrieben worden ist.
 It seems that the point of an opening in the text, and an opening in political action, comes up again and again. Writing is only possible if it occurs in the light of, or over-against, the opening, and political action needs an open, undefined goal. We might call this the point of not-knowing, of hope, or of the utopian. In the Kafka quotation the writer describes his attitude in the face of this not-knowing as a feeling of short-coming, of not being able to live up to what it requires, which would be - of all things - a harmony. There is a harmony of knowing and not-knowing, this would have to be the 'Innehalten'.
Die Versammlung ist aber nicht nur einfach ein Ort, der Repräsentation derer, die keine Stimme haben, sondern es gibt kein Zur-Sprache-Kommen jenseits der Repräsentation. Jedes Sprechen ist immer schon Teil von ihr. Das würde auch heißen, dass die "unwissende" Masse, kein Subjekt hat, bzw. keine Sprache hat. Sie ist reine Bewegung, reine Masse. Und hat in diesem Sinn keine politische Teilhabe (…) In gewisser Weise wäre also das Bild der Bewegung buchstäblich ihre Stillstellung. in ihrer Darstellung kommt sie zu ihrem Ende. If movement can never be subject of a decision, organisation, direction of the poeple, or element of politicisation of the multitude or the people, that means that movement is nothing to be ordered or formed, to be instructed or demanded. If it is when it exists as if it were absent, while only appears as a political form (on the political stage) when it is absent, it suggests a different form of relating to our desire in movement. (I wonder whether desire is the right term here, but still Agamben answers in a way to the undefinedness of a term that is constantly in use, thus that is very much charged with desire). He suggests movement as a (maybe examplic) relation to its own absence and its own surplus, an imperfect act, without an end. Movement as "the threshold of indeterminacy between an excess and a deficiency which marks the limit of every politics in its constitutive imperfection." He introduces movement as something that, if not operable in, then at least containing, reflecting or responding to the constitutive imperfection in politics. oder? That would suggest a different sort of relation to movement. Also "Was schlägt Agamben vor? Das ist die Frage nach einer Anwendung. Eine Anwendung - der Sprung in die Praxis."
Eine geringe Zahl löst sich aus der Menge eines Gesprächs und tritt zur Seite in den Raum: Wir wissen, das es zu früh ist, und auch, dass es zu spät ist, deshalb haben wir Zeit. Wir haben aufgehört zu warten. Der Riachuelo de la Matanza ist verschmutzt, im Nebenraum verschmutzt er sich jeden Tag von Neuem, im 14-Minutentakt, als Video, in welchem Leute über Charaktere und Agency sprechen, über den Dreck als etwas Positives. Das Video läuft im Loop, der Text verschachtelt sich von Neuem, der Schmutz ist weit weg, die Katastrophe anderer, füllt den Nebenraum, wir warten. We could think of the mass as the movement without a lack. In Aristotle, all sub-lunar entities move around a lack - their telos is noesis noeseioon, thought thinking itself, but they never 'reach' it. This suits Agamben fine, because he wants to preserve the abysmal difference between text/action and telos: as if from that abyss meaning emerges. But this sort of aristotelianism ends up equating all political action with mass movement. We have to develop a concept of movement that has the lack in itself, so to speak. Then we can see what the 'jump' out of the text is - it is always there. That is the meaning of 'application'. I agree with Berni that this is one level 'deeper' than the classical distinction between theory and praxis. Praxis is also an Aristotelian word, it means a rationally structured activity.
Das Wort Bewegung kehrt zurück, es drängt sich auf, weil es nicht ersetzbar ist. Deshalb kommt das Wort zurück.

Es geht um ein Denken des Ungedachten. In der Politik ist etwas Ungedachtes am Werk. Wo das Ungedachte herrscht, liegt eine Gefahr.


Wo die Poltik zerfällt, beginnt die Bewegung.
 Indeed I am thinking that Agamben maybe equates and affirms the desire that is related to movement, to the political idea that a political movement could form, be formed, form a force, by linking the movement to the constitutive lack of politics. thus desiring the movement could mean to desire to meet the substantial political experience of being not there when one thinks it is, being there when one doesn't notice and thus introducing a relation to being both lack and surplus. is that what he suggests?
Plötzlich ist alles schwarz. Dort wo die meisten sind. Die Bewegung der einen. Das Ziel ist der schwärzeste Ort - der Zerfall der Rede setzt ein, sobald sie zu wachsen aufhört. We have to develop a concept of movement that has the lack in itself, so to speak.
Gesten des Innehaltens und der Aufmerksamkeit bewirken eine Aufteilung des Raums.

Die Horizontale ist die beste Form um ein Ende zu setzen.
 Wenn man nach der Anwendung einer Philosophie fragt, wie wir es tun bei Agamben, dann ist diese Frage dem Paar Theorie und Praxis verpflichtet. Diese Verschränkung ist quasi die Basis der wissenschaftlicher Ideologie. Ich denke aber, dass es etwas drittes gibt, etwas zwischen Untersuchung und Anwendung. Und das ist, was man die Philosophie nennen könnte. Vielleicht ist es das, was Paulus sagt, dass 'die Poztenz in der Schwäche vollendet wird' (2. Kor. 12, 9). Ein Insistieren auf etwas jenseits der Dialektik zwischen Praxis und Theorie. Es kam die Frag auf: Was schlägt Agamben vor? Das ist die Frage nach einer Anwendung. Eine Anwendung - die Suche nach einem Sprung in die Praxis - trägt immer eine Gefahr mit sich. Diese Gefahr kann man Ideologie nennen. Dieser Sprung ist vielleicht das Ungedachte in der Bewegung. Wahrscheinlich vermeidet Agamben deshalb den Sprung, um nicht in ein Nicht-Denken zu geraten. Vielleicht ist es nicht zufällig, wenn er am Schluss zwei Fragen aufwirft, die er offen lässt. Diese Fragen sind schon eine Anwendung: Eine Bewegung, die durch eine Frage, ein Weiterfragen, fliesst. Das Weiterfragen führt aus dem Text in die Bewegung. Aber es springt nicht heraus. Frage und Text ist: Werden. Wo endet der Text und wo beginnt die Frage?
half-asleep

The social gelatin composed of the mass of all those who just want to live their little private lives at a distance from history and its tumults.

undoing the social ties

A new idea of production as the production of relations, and consumption as the consumption of situations.
 Psychoanalysis as a movement has been problematic since it's early development, most crucial difficulty is that it is trying to adress the unconcious desire of human beings to relate to eachother in a direct fused manner that tries to undo or overcome the gap between eachother-the frustration this causes, causes movement or development in outer reality and pushes the internal to become externalised so that the gap becomes an experience as much of frustration as of a space for change, unconcious communication between humans seems the fused and merged experience of bliss-words are not necesarry...but as well the cause of abuse and suffocation-you do not have to tell me what you think because I know already anyway...this tension I suppose is like the space of 'not knowing', anticipation, creativity and hope.-but also war.
Was mich interessiert, ist diese implizite Engführung von Schreiben als terminologischer Arbeit und dem Phänomen der Bewegung. In dem Augenblick, in dem ich die Bewegung als Schwelle der Politisierung bezeichne, betrifft diese Schwelle mein eigenes Schreiben. Auch das Schreiben ist an ein beständiges Heraufkommen eines hier als undefiniert bezeichneten Wortes gebunden. Welche Schwelle des Textes oder im Text kommt mit dem Konzept der Bewegung auf? Welche Möglichkeit eines werklosen Schreibens? What sort of politics is he aiming for, or what sort of politics are we aiming for and which concept of movement does he let jump out of the text (that continues its writing maybe just in the question that appears in you after reading) and why would this not introduce a figure that suggests, or brings in itself, the politics he is "aiming" for? like: voids it of a telos, puts it at rest and starts to assemble meaning but with this he does not go towards an end, he rather makes an empty space were the unthought is invited in – an imperfect act, without an end.
Eine ethische Situation wird gegen die Praxis der Politik ausspielt. Es geht um ein Denken des Ungedachten. In der Politik ist etwas Ungedachtes am Werk. Wo das Ungedachte herrscht, liegt eine Gefahr.

Wo die Poltik zerfällt, beginnt die Bewegung. Die Bewegung grenzt sich ab, vom Zerfall, von einem Stillstand. Die Bewegung braucht einen Feind, über den ihre Indentität zustande kommt. Der Feind sind diejenigen die das Neue nicht affimieren. In diesem Sinn ist die höchste Gefahr immer schon in der Bewegung, weil sie keine Momente des Innehalten in sich trägt. Sie ist unkritisch gegen alles, was nicht sie selbst ist. Dadurch muss sie verschlingen, um zu wachsen, und verschlingt sich letztlich selbst.

Jede Definition ist auch eine Bewegung. Also auch das Innehalten. Dieses Innehalten ist etwas, das schon immer mehr ist. Mehr ist, als das, was es gibt. Dies ist die messianische Zeit. Nicht gilt es, sich für das Messianische offen zu halten. Sondern man ist gewissermaßen schon immer in dieser Bewegung, die das Messianische jederzeit garantiert. Man hat das Ende der Zeit schon überschritten.
 Das Weiterfragen führt aus dem Text in die Bewegung. Aber es springt nicht heraus. Frage und Text ist: Werden. Wo endet der Text und wo beginnt die Frage? Das ist eine Bewegung jenseits einer die auf der Dialektik Bewegung und Stillstand gründet. Agamben formuliert also nicht einfach eine Ethik sondern er praktiziert sie. Deshalb sollte man hier nicht fragen, was ist sein Vorschlag, sondern wie sieht er aus. Ich frage mich, ob dies nicht Philosophismus ist?
This expresses the impossibility of a telos and ergon for politics. Movement is the indefiniteness and imperfection of every politics. It always leaves a residue. It always leaves a residue. Hinterlässt immer einen Rückstand. Eine Lücke... ein Glück. Da wie gesagt, zwischen Glück und Lücke eine etymologische Verwandtschaft besteht. Movement as mass with strong connectedness and seperateness experienced without political representative and unspeakable as a political movement might be compared with a dance-I suppose that is why sitting still all together as a movement of protest could be so powerfull.
This expresses the impossibility of a telos and ergon for politics. Movement is the indefiniteness and imperfection of every politics. It always leaves a residue.

It always leaves a residue. Hinterlässt immer einen Rückstand. Eine Lücke (…) ein Glück. Da wie gesagt, zwischen Glück und Lücke eine etymologische Verwandtschaft besteht.

Das Glücken, zum Beispiel das eines Textes der als Text über die Bewegung immer schon ein Text über den Gebrauch der Worte ist, wie sollte es in einem Denken der Strategie verhandelt werden. Einer Strategie, die sich "ateles" schließlich gibt?

Der Gebrauch der Worte hat Anteil am Glück. Die Ethik, die gegen die Politik ausgespielt wird, richtet sich an der Frage des Glücks aus. Und diese Ausrichtung ist in Begriffen von Ziellosigkeit und Werklosigkeit zu denken.

Das Ziellose der Strategie. Sofern sie als solche bezeichnet werden mag, denn ist es nicht vielmehr ein Sich-Aufhalten, das im Text eine leere Stelle des Ungedachten schafft und auf die sie, die ziellose Strategie, verweist?
 Maybe the pure revolt, or what ak-press (against the coming insurrection) calls a reduction to insurrectional spasms, is close to this lack of language or representation. The success of a revolution, some say, is decided when the dust has settled and the consequences are to be inscribed into the institutional structure of society.
Jemand tritt vor und liest die Forderungen und vielleicht auch die Fragen, die sich notwendigerweise wiederholen: Wir sind ein bisschen in einer komplexen Situation. Wir hatten gerade eine Intervention auf sehr Grundsätzliches hin und stehen nun plötzlich vor der Notwendigkeit zu handeln, wenn ich das richtig sehe. Deshalb sollte man hier nicht fragen, was ist der Vorschlag von Agamben, sondern wie sieht er aus? Ein Fragen, des Fragen willens? Ein Fragen der Bewegung willens? Das ist ein deutlicher Indikator für Philosophismus. Eine Ethik des Fragens, die so vermeintlich das Ungedachte denkt. Wenn man an die Polemik von Agamben gegen Derrida denkt, sollte man sich hier fragen, worin Unterscheidet sich Agamben von Derrida. Wenn Agamben sich nicht mehr für das Messianische offen hält, sondern schon darin ist, muss man sich fragen, wo liegt de Facto der Unterschied? Ist es nicht beides eine neue Art das Ungedachte zu reproduzieren, die Masse zum Verstummen zu bringen. Und wäre die Konsequenz nicht, von der Frage zur Tat zu schreiten? Natürlich gibt es hier den Einwand, dass die Frage schon eine Tat ist. Das ist das Problem, das das Theorem der Bewegung aufwirft.
Wenn dieses Moment der (Be-)Gründung des Gebrauchs eines Wortes entrückt ist, schlägt das nicht eine Arbeit vor, diesen Raum der Gründung durch Sprache erneut zu öffnen? Und wie wäre dann ein Akt des Gründens zu denken, der sich nicht sofort entzieht, sondern, vielleicht im Sinne einer konstanten Revolte in der Sprache selbst zum Handlungsraum wird, der unbeschrieben, der unbesetzt bleibt? Also, am thinking of this remark in Agamben's text abour psychoanalysis, as a movement. It's not simply the jump out of the text regarding a political practice etc., but as well the movement that a theory as discourse can become - in that sense Agamben's writing themselves, of course - eine Strömung des Denkens - then I wonder, in which sense there might be the unthought of such a Strömung des Denkens - and if this, in the end, calls in deconstruction once again.
Das Geschriebene zitiert eine Ahnung vom Zerfall, der diesem droht und immer in diesem lebendig ist. Durch rapide Zunahme sucht es ihm zu entgehen. Solange es kann, nimmt es alles auf; aber da es alles aufnimmt, muss es zerfallen.

Wir aber wollen uns
Setzen auf den Rand der Horizontalen und
Auf sie warten
  
Wie aber können wir uns aus der Bewegung des Heraufkommens heraus auf den Rand der Horizontalen setzen?